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Starmühlner- Paget

Am 3.10.06 wurde die offizielle Widmung unseres Tropenhauses in Erinnerung an Univ. Prof. Dr. Ferdinand Starmühlner und seine verdienstvolle Tätigkeit vorgenommen. In einer Feierstunde enthüllten seine Frau Edith Starmühlner gemeinsam mit Frau Vizebürgermeisterin Grete Laska eine Gedenktafel, die inzwischen im Eingangsbereich von “Ferry Starmühlners Erlebniswelt” einen dauerhaften Platz gefunden hat.

Stellvertretend für die vielen Gedenkadressen gebe ich nachstehend die berührende Rede von Herrn Hofrat Dr.Oliver Paget,dem ehemaligen Chef des Naturhistorischen Museums und langjährigen Freundes wieder:

"Der Feige stirbt schon vielmal, eh' er stirbt. Die Tapfren kosten einmal nur den Tod.

Von allen Wundern, die ich je gehört, ist mir das Größte, dass sich Menschen fürchten,

da sie doch wissen, dass der Tod, das Schicksal aller, kommt, wann er kommen soll."

Mit diesen Worten Caesars aus Shakespeares "Julius Caesar" möchte ich an die Haltung unseres tapferen Ferry STARMÜHLNER erinnern, die er, zumindest wie ich es erlebt habe, in den letzten Wochen seines so erfolgreichen Lebens gehabt hat. Ich darf mich in doppeltem Sinn des Wortes als einen der ältesten, wenn nicht den ältesten Freund bezeichnen. Es ist fast genau 60 Jahre her, dass wir uns an der Universität Wien kennengelernt haben. Zuerst als Studienkollege, später als Mitarbeiter am Zoologischen Institut. Unsere gemeinsamen Lehrer MARINELLI, KÜHNELT, STORCH, SCHREMMER und viele andere haben uns geprägt. In den späteren Jahren war es immer wieder Ferry, der sich bei zahlreichen Gelegenheiten immer wieder für mich eingesetzt hat. Sei es bei den 3 KÖRNER -Preisen, sei es letztendlich bei der Bewerbung am NHM. Wir waren nie Konkurrenten, immer stand unsere Freundschaft im Vordergrund. Der beste Beweis ist wohl seine großzügige Entscheidung, sein gesamtes, im Laufe von Jahrzehnten gesammeltes wissenschaftliches Material (in erster Linie Mollusken) an das NHM quasi als sein Erbe abzugeben. Inklusive seiner viele tausenden Diapositive und all seiner wissenschaftlichen Unterlagen. Da ich mehr als 30 Jahre Leiter der Molluskensammlung und später Direktor der Abteilung für wirbellose Tiere war, wusste Ferry, dass damit sein Lebenswerk an einer Stelle aufgehoben war, wo seine wissenschaftliche Betreuung bestens gesichert und für künftige Bearbeitungen sicher verwaltet war. Im Gegenzug durfte ich mich mit anderen dafür einsetzen, dass Ferry, der ja bekanntlich Orden strikt ablehnte, in anderer Weise geehrt wurde. Durch die Goldene Ehrennadel des Vereins d. Freunde des NHM, durch die Ernennung zum Korrespondenten des Museums und schließlich als ganz selten verliehene Ehrung die Verleihung der Ferdinand v. Hochstetter - Medaille. Ferry brachte immer wieder die Studenten seines Molluskenpraktikums an die Molluskensammlung, wo ich sie mit den Interna und der Geschichte der Sammlung vertraut machen konnte. Diese Verbindung mündete in der längere oder kürzere Verpflichtung mancher Studenten als Mitarbeiter, manche von ihnen sind heute wichtige Vertreter unseres Mitarbeiterstabes. Noch nie zuvor hatte es zwischen Museum und Universität, die sich immer als konkurrenzierende Institutionen gegenüber gestanden waren, eine so enge durch unsere Freundschaft fundierte Verbindung gegeben. Eine Erscheinung, die sich erfreulicherweise später auch auf andere Abteilungen ausgeweitet hat.

Die Spuren seiner auf so vielen Gebieten wirkenden Tätigkeiten sind bereits eingehend gewürdigt worden. Ich möchte daher mehr auf seine sympathische, menschliche Seite hinweisen, auf seinen Humor, seine lockere Art, Geschichten aus seinem Leben zu erzählen.

Wir kannten sie alle schon, aber er brachte sie immer so vergnüglich und locker,dass sie einem nie langweilig wurden. Bei jeder Gelegenheit war er in kürzester Zeit wortführender Mittelpunkt einer heiteren Runde. Die Freude, die er damit so vielen seiner Mitmenschen geschenkt hat, kam 100 - fach als Freundschaftsbeweis an ihn zurück.

Und so möchte ich noch einmal "Caesar" zitieren, den Abschied von Cassius und Brutus bei ihrem letzten Treffen. Ich habe bei meinen letzten Besuchen bei Ferry immer wieder an diese Worte denken müssen:

"Seh'n wir uns wieder, nun, so lächeln wir gewiss.

Wo nicht, war dieser Abschied wohlgetan!"

Oliver E. PAGET

 
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