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Zerschmettert in Stücke

Die Bundesgebäudeverwaltung hatte uns zunächst mitgeteilt, dass die Wiener Festwochen den Terrassenaufsatz für die Gestaltung eines Kunstwerks weiß grundieren lassen. Darauf sollte ein Schriftzug kommen.

Von der Kulturstadträtin Ursula Pasterk bekamen wir schließlich die Information, dass es sich um eine temporäre Kunstinstallation handeln würde. Das Projekt "Topographie I" soll von 3 Künstlern gestaltet werden, Martin Kippenberger im U-Bahnschacht – Eingang Bereich Schadekgasse mit „Tiefes Kehlchen“, Gerwald Rockenschaub, der die mediale Aufbereitung an verschiedenen Plätzen übernehmen würde und Lawrence Weiner, mit dem Werk „Zerschmettert in Stücke (im Frieden der Nacht)“/ “Smashed to pieces (in the still of the night)“. Dass die deutsche Übersetzung von Ferdinand Schmatz stammte, war uns damals noch nicht bekannt.

Die Kunsthalle Wien meinte „Damit interpretiere er den Flakturm neu: vom Symbol des Nationalsozialismus zum Mahnmal gegen Krieg und Faschismus.

Zu unserer Überraschung wurde die - für Zoobesucher irritierende - Beschriftung nicht mehr entfernt, die Werke der anderen Protagonisten – wie auch uns ursprünglich versprochen – wurden bereits Anfang November 1991 entfernt bzw. eingestellt.

Der Künstler – interviewt von Vitus H. Weh – meinte zum Thema Flakturm: „…Tätowierungen selbst sind eine Setzung innerhalb der Gesellschaft, eine Setzung von etwas, das, sobald es einmal da ist, auch wieder entfernt werden kann, aber das ist eine Höllenarbeit! Der einzige Grund, weshalb die Stadt Wien den Flakturm letztendlich akzeptierte, ist, daß es ungeheuer schwer ist, den Flakturm zu beseitigen! Der Flakturm selbst ist zu groß, außerdem können sie all die Fische nirgends unterbringen... In Wien gibt es eine Wohnungsnot und sie wüßten einfach nicht, wo sie die Fische unterbringen sollten. Aber was die Malerei betrifft: Wenn sie einmal oben ist, ist sie oben!“

Nun, er sollte recht behalten und immer wieder fragen uns Besucher, ob denn ein Abbruch des Turmes bevorstehen würde ("Zerschmettert in Stücke …"). Die Informationstafel der Wiener Festwochen am Turm ist leider - wie man sieht - winzig und ohne jegliche Erklärung über die Absicht des Künstlers.

Aber wie meinte Lawrence Weiner in einem weiteren Interview – diesmal mit Cheryl Kaplan: Wenn man in Wien auf die Straße geht und am helllichten Tag eine Flasche zerbricht und wenn man das Gleiche dann auch in der Nacht macht, hört sich beides völlig unterschiedlich an…

Was er (uns) damit wohl sagen wollte? War's "the still of the night" oder vielleicht ganz was anderes (wie Prof. Marinelli immer zu sagen pflegte).

Die Presse kommentierte die Kunstaktion recht unterschiedlich – siehe nebenstehende Artikel (mit Mausklick - auch mehrmals - vergrößern).

Informationstafel aus Aluminium - rechts aussen an der Turmkante
Informationstafel aus Aluminium - rechts aussen an der Turmkante
 
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