Tropische Süßwasserfische


Tropische Süßwasserfische

In den Aquarien dieser Sektion werden vor allem Fische aus Flüssen und Seen tropischer Länder gezeigt.

Die zu den Salmlern gehörigen Neonfische sind durch ihre rot- und blauschillernden Körper besonders auffällig. Diese Farben dienen in der Natur der Arterkennung, da sie in dunklen und trüben Gewässern leben. Beheimatet sind die Neonfische in Südamerika, ebenso wie die auch zu den Salmlern zählenden Piranhas.

Piranha

Piranhas ernähren sich hauptsächlich von Fischen. Es sind Räuber, die im Schwarm leben und deren Gefährlichkeit dem Menschen gegenüber oft stark übertrieben wird. Sie sind in erster Linie als eine Art Gesundheitspolizei einzustufen, fressen sie doch vor allem verwundete und kranke Tiere. So verhindern sie das Ausbrechen von Seuchen. Selbst die Eingeborenen nützten früher diese Eigenschaft. In manchen Urwaldgebieten ist zu gewissen Jahreszeiten eine Bestattung in der Erde unmöglich, da weite Teile überschwemmt werden. Das Problem wurde sehr einfach gelöst: Die Leichen wurden ins Wasser gehängt. Die Piranhas fraßen in wenigen Stunden das Fleisch herunter, die abgenagten Skelette wurden danach getrocknet und geschmückt auf hochgelegenen Begräbnisstätten dieser Pfahldörfer bestattet. Auf Überlieferung dieser Bräuche durch Herrn Paez dürften die wilden und märchenhaften Schilderungen über die Gefährlichkeit dieser Salmler beruhen. Dabei kann man in einigen Gebieten, in denen auch Piranhas leben, ohne Gefahr baden. Todesfälle durch Angriffe dieser Fische sind so gut wie nie belegt; kleinere, harmlose Bißwunden können aber vorkommen.

Das kräftige und scharfe Gebiß wird von den Indianern als Schere und Rasiermesser verwendet; ihr Fleisch wird gegessen.

Von den Barschfischen sollten hier Schützenfische, Buntbarsche und Labyrinthfische angeführt werden. Über den Schützenfisch finden sie mehr im Kapitel "Tropenhaus". Buntbarsche leben hauptsächlich in Afrika und Südamerika. Einige Arten sind wegen ihrer speziellen Brutpflege bekannt - es sind "Maulbrüter". Das Weibchen setzt seine Eier in einer Vertiefung ab und nimmt sie danach ins Maul, wo sie vom Männchen besamt werden. Die befruchteten Eier werden bis zum Ausschlüpfen der Jungtiere im Maul behalten, und selbst in den ersten Lebenstagen stellt dieses immer noch eine sichere Zufluchtsstätte dar. Die zu den Buntbarschen zählenden Diskusfische Südamerikas entwickelten eine andere Art der Brutfürsorge. Die frisch aus den Eiern geschlüpften Jungfische ernähren sich in den ersten Lebenstagen von einem speziellen Hautsekret, welches von den Elterntieren gebildet wird. Der Vorgang ist auf der Abbildung dokumentiert.

Im Gegensatz zu den meisten Fischen, die ihren Sauerstoffbedarf aus dem Wasser decken müssen, sind die sogenannten Labyrinthfische in der Lage, Luft zu atmen. Sie besitzen nämlich eine nackenwärts gerichtete Ausstülpung der Kiemenhöhle, die sie mit normaler, atmosphärischer Luft füllen können. Aus diesem Gasvorrat decken die Tiere ihren Sauerstoffbedarf. Dies ermöglicht eine Besiedelung von Lebensräumen, die anderen Fischen verwehrt sind. Sie können in sauerstoffarme, stark durch organische Zersetzungsprozesse belastete Gewässer, wie z.B. Reisfelder vordringen und dort leben. Als Vertreter dieser Gruppe seien Kampffische, Markropoden und Guramis genannt. Einer der beliebtesten Aquarienfische, der zu den lebendgebärenden Zahnkärpflingen zählende Guppy, hat auch eine wichtige medizinische Bedeutung erlangt. Wie viele andere Vertreter dieser Gruppe wurde er in Malariagebieten ausgesetzt, um zur Vernichtung der Moskitos, der Überträger dieser Krankheit, beizutragen; ernähren sich diese Fische doch von Mückenlarven. Im "Haus des Meeres" findet alljährlich eine Guppyschau mit internationaler Beteiligung statt, welche von der Österreichischen Guppygesellschaft (ÖGG) organisiert wird.

Besondere Aufmerksamkeit sollte man noch den Stechrochen schenken. Rochen zählen gemeinsam mit den Haien zu den Knorpelfischen, haben also innerhalb der Gruppe der Fische eine gewisse Sonderstellung. Darüberhinaus ist es eine Tiergruppe, die fast ausschließlich im Meer lebt. Lediglich diese Süßwasserstechrochen besiedeln auch das nicht salzige Wasser des Amazonas. Der fast am Schwanzende sitzende Stachel, der für die Stechrochen namensgebend war, ist giftig. Er wird allerdings nur als Verteidigungswaffe eingesetzt.

Rochen mit Jungem

Vieraugenfische leben in Süd- und Mittelamerika. Sie erreichen eine Größe von fast 30cm. Ihren Namen verdanken sie ihren zweigeteilten Augen. Diese Fische leben an der Wasseroberfläche und können durch diese Zweiteilung ihres Auges sowohl ober wie auch unter Wasser scharf sehen. Diese Fischart hat also trotz allem nur zwei Augen nur sind diese eben in eine obere Augenhälfte für das Sehen im Überwasser- und in eine untere für den Unterwasserbereich geteilt.

 
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