Das Mittelmeer zählt sicher zu den beliebtesten Urlaubszielen der Europäer Die im Sommer relativ warmen Wassertemperaturen (Oberfläche bis 29 °C), das stabile, sonnenreiche Wetter sowie die oft malerischen Küsten sind wohl die Hauptanziehungspunkte für Touristen. Und gerade Letztere sind es, die zur Zerstörung dieses Lebensraumes einen erheblichen Beitrag leisten: In den Urlaubsmonaten steigt die Bevölkerungszahl an den Küsten um ein Mehrfaches an. Fäkalienkanäle gelangen manchmal ungeklärt ins Meer. Damit dringen aber nicht nur Krankheitskeime, die eine direkte Wirkung auf den Badegast haben ein, sondern, durch die verstärkte Wäschereinigung, auch Phosphate. Diese Waschmittelrückstände verursachen vor allem in Verbindung mit dem Nitrat (=Kunstdüngerrest, der von den Agrarpflanzen nicht aufgenommen wurde und über Flüsse bzw. Grund-wasser ins Meer gelangt) ein verstärktes Algen-wachstum.
Algenpesten, wie sie vor einigen Jahren in der Nordadria auftraten, sind die Auswirkung. Dabei werden die abgestorbenen Algen über Bakterien zersetzt und legen sich in Form von "Meeresschnee" über die Bodenlebewesen.
Die Folge: Alle unter dieser Masse begrabenen Tiere werden erstickt und getötet. Die Auswirkungen für das Ökosystem sind verheerend, denn gerade diese Bodenlebewesen fungieren wie ein riesiger Filter und reinigen das Meer. Nicht nur, daß die toten Organismen nun das ganze System organisch belasten, fehlt noch dazu ihre Reinigungskraft um das Meer wieder zu entlasten - ein wahrer Teufelskreis.
Die Errichtung von Kläranlagen und umweltbewußtes Einsetzen von Düngemitteln sind sicherlich wirkungsvolle Maßnahmen um die Misere in den Griff zu kriegen. Aber die Zeit drängt.
Gewinnen Sie durch Betrachten der ausgestellten Tiere einen Eindruck von der Vielfältigkeit dieses schützenswerten Lebensraumes.
Sie finden in dieser Abteilung Vertreter fast aller marinen Tiergruppen. Die niedersten, vielzelligen Tiere sind die Schwämme. Trotz der Ähnlichkeit im Namen haben diese Tiere nichts mit dem "Schwammerl", mit dem Pilz, zu tun. Pilze gehören weder den Pflanzen, noch den Tieren an. Sie stellen eine völlig eigenständige Gruppe von Lebewesen dar. Schwämme hingegen sind echte Tiere, wenngleich dies beim Betrachten eigentlich nicht auffällt. Es handelt sich um ganz ursprüngliche Vertreter, wo weder Gewebe noch Organe oder Muskeln zu finden sind. Das weiche Skelett einiger Arten findet in der Kosmetikindustrie Verwendung: als echter Badeschwamm.
Aus der Gruppe der Nesseltiere zeigen wir meist Anemonen, wie z.B. Wachsrosen oder ZyIinderrosen. Diese mit den Quallen verwandten Tiere besitzen sogenannte Nesselzellen, welche bei Berührung explodieren. Dabei dringt Gift in unsere Haut ein. Je nachdem, um welches Nesseltier es sich handelt, reichen die Symptome von einem Juckreiz mit Nesselausschlag bis hin zu extremen Schmerzen mit Fieber, Schwellungen u.ä. Manche Quallenarten können mit ihrem Gift sogar Menschen töten.
Einer der schönsten Vertreter der marinen Würmer ist die SchraubensabeIIe. Dieser Verwandte unseres Regenwurmes baut sich selbst eine Röhre, in der er lebt. Lediglich die Kiemenkrone schiebt er aus seiner Behausung heraus, um damit Plankton zu fangen.

An Krebstieren werden meist Hummer, Einsiedlerkrebse und Seespinnen in unseren Aquarien gepflegt. Sie alle besitzen fünf Schreitbeinpaare, wobei das vorderste meist große Scheren trägt und dem Nahrungserwerb dient. Alle Krebse häuten sich infolge des Wachstums. Dabei können selbst verlorengegangene Gliedmaßen teilweise ersetzt werden. Im Laufe mehrerer Häutungen kann ein Bein komplett wiederhergestellt werden. Besonders erwähnenswert ist die Symbiose (=Lebensgemeinschaft) zwischen Einsiedlerkrebs und Schmarotzerrose, einem Nesseltier. Der Krebs besiedelt ein Schneckenhaus, in dem er seinen weichen Hinterkörper schützt. Auf diesem Schneckenhaus sitzt die Schmarotzerrose, welche den Krebs durch ihr Nesselgift vor dem Zugriff seiner Feinde bewahrt. Der Einsiedler revanchiert sich, indem er das Blumentier mit sich herumträgt, und dieses dadurch zu mehr Nahrung kommt, als wenn es immer am selben Ort säße. Die Verbindung der beiden ist so eng, daß der Krebs seine Schmarotzerrose sogar auf ein neues Schneckenhaus übersiedelt, wenn ihm sein altes zu klein geworden ist.

Tintenfische sind Weichtiere - wie Muscheln oder Schnecken - die sehr schwierig im Aquarium zu halten sind. Trotzdem bemühen wir uns, diese oder die mit ihnen verwandten Kraken zu zeigen. Beide Tiergruppen besitzen die charakteristischen Fangarme am Kopf, weswegen sie auch als "Kopffüßler" bezeichnet werden. Es sind ausschließlich Meeresbewohner, die vorwiegend räuberisch leben. Mit einer Gesamtlänge von über 20 Metern zählen die Tiefseekalmare zu den Riesen unter den Meeresbewohnern - und ausgerechnet ein Säugetier dringt in diese Tiefen vor um sich von ihnen zu ernähren: der Pottwal.
 Krake
Unter dem Begriff Stachelhäuter faßt man Seesterne, SeeigeI und SeewaIzen zusammen. Sie haben alle eine fünfstrahlige Körpersymmetrie, was besonders beim Seestern auffällt. Seeigel haben Stacheln, die spitz zulaufen und, falls sie in die Haut geraten, schlecht heilende und schmerzhafte Wunden verursachen.
 Roter Seestern
Die Fischfauna des Mittelmeeres ist durch eine Vielzahl verschiedenster Arten vertreten. Bei jenen, die man hauptsächlich am Untergrund, bei Spalten oder in Löchern findet, handelt es sich meist um Grundeln und Schleimfische. Sie werden selten größer als einige Zentimeter. Ihre Besonderheit liegt darin, daß diese Fischgruppen keine Schwimmblase mehr besitzen. Sie wurde, als Anpassung an das Leben am Untergrund, im Laufe der Evolution rückgebildet. Daher ist es diesen Fischen nicht mehr möglich, im Wasser zu schweben. Sobald sie aufhören zu schwimmen, sinken Schleimfische und Grundeln zu Boden.
Auch die Drachenköpfe haben eine ähnliche Anpassung erfahren. Die bis zu 50 cm groß werdenden Exemplare liegen ebenfalls am Substrat, da ihnen die Schwimmblase fehlt. Durch Fransen und andere Hautfortsätze getarnt, lauern diese Tiere auf kleinere Fische. Sollte einer nahe genug gekommen sein, so reißt der Drachenkopf blitzartig sein Maul auf und saugt die Beute förmlich ein. Darüberhinaus sind Drachenköpfe giftig. Die Stacheln am Kiemendeckel und die Hartstrahlen der Rückenflosse besitzen Giftdrüsen. Ein versehentliches Daraufgreifen bzw. -steigen kann zur Folge haben, daß starke Schmerzen und Schwellungen auftreten. Echte Lebensgefahr besteht aber in der Regel nicht (im Mittelmeer!!). Trotzdem ist ein Besuch beim Arzt dringendst anzuraten. Da es sich um ein Eiweißgift handelt, empfiehlt es sich, als "Erste Hilfe" Maßnahme, die betroffene Stelle so lange als möglich in 45 Grad warmen Wasser zu baden, da dadurch das Gift zerstört wird.
Petermännchen sind ebenfalls "aktiv giftige" Fische, die auf Sandböden im nördlichen Atlantik und im Mittelmeer bereits im seichten Wasser leben. Sie besitzen Giftstacheln an der ersten Rückenflosse und auf dem Kiemendeckel. Petermännchen gehören zu den ganz wenigen Fischarten, die ihre Waffen aktiv einsetzen, d.h. sie attackieren Schwimmer oder Taucher damit. Die meisten anderen "aktiv giftigen" Fische setzen, trotz ihrer Bezeichnung, die Giftdornen nur zur Verteidigung ein. Sie werden uns nur dann gefährlich, wenn wir darauf steigen oder sie anfassen, nicht so die Petermännchen. Viele Unfälle sind bekannt, wo diese Fischart scheinbar grundlos Touristen attackiert und mit den Giftstacheln verletzt hat. Heftige Schmerzen und Blutungen sind die Folge. Als Erste-Hilfe-Maßnahme empfiehlt es sich wieder die betroffene Extremität bei etwa 45°C zu baden. Ein Besuch bei einem Arzt ist dringendst anzuraten, wenngleich Todesfälle äußerst selten sind.
Bei den silbrig glänzenden, größeren Fischen, die im Freiwasser herumschwimmen, handelt es sich in der Regel um Meeräschen oder Brassen.
Diese Arten werden durch die Fischerei wirtschaftlich genutzt. Viele Brassenarten sind dadurch schon eher selten geworden. Vor allem illegales Harpunieren mit Tauchgerät trägt wesentlich dazu bei, daß manche Fischarten beinahe ausgerottet wurden und werden, so z.B. die großen Zackenbarsche.
Muräne
Muränen waren schon im alten Rom eine geschätzte Delikatesse. Ihr Biß verursacht tiefe, schwer heilende Wunden. Diese aalverwandten Fische sind aber nicht besonders aggressiv. Über ihre Giftigkeit wird immer noch spekuliert. Fest steht lediglich, daß das Blut toxisch ist. Beim Biß dürften eher Sekundärinfektionen über Futterreste, die an den spitzen, kegelförmigen Zähnen hängengeblieben sind, eine Rolle spielen und zu Komplikationen führen.
Katzenhaie sind nachtaktive Räuber, die sich hauptsächlich von wirbellosen Tieren ernähren. Tagsüber liegen sie meist versteckt in kleinen Höhlen. Ihre Eier legen sie in Form von rechteckigen, gelbbraunen, leicht durchsichtigen Kapseln ab, die durch biegsame Fäden an den Ecken an Steinen, Gorgonien, u.ä. befestigt werden. Die Entwicklungszeit beträgt etwa neun Monate und am Ende dieser Zeit kann man die Bewegungen des Embryos im Ei schon deutlich erkennen.

Katzenhaiei nach 2-3 Monaten |