Tropenhaus


Geschätzte Besucher!

In unserem Tropenhaus können sich die meisten Tiere völlig frei bewegen und es gibt praktisch fast keine Barrieren, die Sie als Besucher von den Tieren trennen. Wir haben das bewusst so gestaltet um Ihnen das hautnahe Erleben der Tierwelt besser zu ermöglichen. Aber bitte beachten Sie, daß das FÜTTERN und das BERÜHREN der Tiere STRENGSTENS VERBOTEN ist. Jagen Sie die Tiere nicht und steigen Sie bitte nicht in die Gehege.

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Wir verfolgen mit dem Tropenhaus zwei Ziele: Zum einen wollen wir natürlich unseren Tieren optimale Haltungsbedingungen bieten. Daher sind zum Beispiel große Teile der Glasfront sogar mit einem Spezialglas, das UV durchlässig ist, ausgestattet. So hat das eindringende Sonnenlicht tatsächlich die gleiche Qualität wie im Freien. Die entsprechende tropische Temperatur im Inneren des Glaszubaus und das feuchte Klima werden vollautomatisch geregelt. Dies alles sind Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Zucht diverser, zum Teil stark gefährdeter Tierarten.

Zum anderen möchten wir unseren Besuchern eine Erlebniswelt bieten. Sie, lieber Leser dieser Zeilen, sollen dieses tropische Klima tatsächlich auf der Haut spüren und diese schwere, feuchtwarme Tropenluft atmen. Machen Sie eine kurze Regenwaldwanderung: sozusagen aus dem Wasser kommend über Steige und Hängebrücke, vorbei am Wasserfall hinauf bis in die Kronenregion der Bäume. Und dabei werden Sie natürlich auch von der entsprechenden Tierwelt begleitet. Es geht vorbei an Fischen aus Mangrovenregionen, über Sumpf- und Landschildkröten hinauf zu den frei fliegenden Vögeln und frei herumlaufenden Äffchen.

Im Folgenden wollen wir uns dieser Tierwelt des Tropenhauses genauer widmen.

Mangrove

Die Mangrove ist eine flache, meist vegetationsreiche Zone der Tropen und Subtropen, wo sich Süß- und Salzwasser mischen. Bei Flut dringt dort das Meerwasser weit in Richtung Land vor, während bei Ebbe von landwärts her das Süßwasser wieder Richtung Meer drängt. Anders ausgedrückt steht das Mangrovengebiet im dauernden Wechsel zwischen Süß- und Salzwasser. Nur wenige spezialisierte Tier- und Pflanzenarten sind dieser permanenten, starken Milieuänderung gewachsen.

Als Fischbeispiele seien hier das an den Küsten des Indischen Ozeans beheimatete Silberflossenblatt und der südostasiatische Schützenfisch genannt.

Der Schützenfisch lebt in Süß- und Brackwasserregionen Südostasiens und hat eine spezielle Art des Nahrungserwerbs entwickelt: durch einen gezielten Wasserstrahl schießt er Insekten, die auf Blättern über der Wasseroberfläche sitzen, herunter. Die Funktion dieser "Spritzpistole" ist recht einfach, wenn auch in der Natur einmalig - Gaumendach und Zunge bilden eine Rinne; durch Zusammendrücken der Kiemendeckel wird Wasser durch diesen "Gewehrlauf" gepreßt. Um Zielfehler, bedingt durch die unterschiedliche Lichtbrechung von Luft und Wasser, zu verhindern, bemühen sich die Fische diesen Wasserstrahl möglichst senkrecht unter dem Beutetier abzuschießen.

Der interessanteste Fisch dieser Region ist aber zweifellos der Schlammspringer. Nicht nur, dass diese Tiere den Wechsel zwischen Süß- und Salzwasser tadellos verkraften, zeigen sie auch noch eine stark amphibische Lebensweise: Sie verlassen das nasse Element und verbringen einen Großteil des Tages an Land - allerdings immer in unmittelbarer Nähe des Wassers.

Ihre Haut trägt eine Art "Hornschicht", die den Fisch vor dem Austrocknen bewahrt. Wenn sie an Land sind, nehmen die Schlammspringer den lebensnotwendigen Sauerstoff nicht über die Kiemen, sondern über die Haut und die gut durchblutete Kiemen- und die Mundhöhle auf. So gerüstet können diese Fische nahezu eine Stunde außerhalb des Wassers bleiben. Ihre kräftigen Brustflossen sind armartig verlängert wodurch sie sich sehr geschickt am Trockenen fortbewegen können. Da sie mit ihren hervorstehenden Augen nicht nur unter Wasser sondern auch an Land scharf sehen können, sind sie an ihre amphibische Lebensweise hervorragend angepasst.

Schildkröten

Bei den im großen Wasserteil untergebrachten Schildkröten handelt es sich größtenteils um Sumpf- bzw. Weichschildkröten des indischen Subkontinents, wie z.B. um Diademschildkröten, Strahlen-Dreikielschildkröten oder Klappen-Weichschildkröten. Wie alle Weichschildkröten besitzt letztere keinen harten, verhornten Panzer, sondern einen weichen, lederartigen. Sie alle sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher. Die Indische Dachschildkröte erkennen Sie leicht an den mehr oder weniger stark dachziegelartig überlappenden, mittleren Rückenpanzerschildern.

Zwei der bei uns gezeigten LANDSCHILDKRÖTEN, nämlich die Köhlerschildkröte und die Waldschildkröte, leben nicht nur in unserem Tropenhaus zusammen, sondern kommen auch auf ihrem Herkunftskontinent, in Südamerika, gemeinsam vor. Die beiden Arten erreichen eine Panzerlänge von etwa 50 cm. Im Gegensatz zu den hierzulande gerne gepflegten Griechischen und Maurischen Landschildkröten handelt es sich bei Köhler- und Waldschildkröten nicht um reine Vegetarier. Sie lieben Mischkost und verzehren auch ganz gerne diverse Insekten u.ä.

Köhlerschildkröte

Vögel

Alle bei uns untergebrachten Vögel können sich im Tropenhaus frei bewegen. Dabei könnte es natürlich einmal sein, daß Sie, geschätzter Besucher, versehentlich "beschwatzt" werden. Normalerweise halten sich die Vögel nicht über den Besucherwegen auf, aber sollte es dennoch einmal passieren, daß Sie das "Glück" von oben trifft, möchten wir uns hiermit höflichst dafür entschuldigen. Aber wenn man Tier und Mensch wirklich auf erlebbare Distanz ohne Barrieren, so wie eben in freier Natur, zusammenbringen will, dann kann eben auch das Natürlichste auf der Welt passieren.....

Flammenwebervogel&Purpurtangare

Zu den schönsten und farbenprächtigsten Vögeln unseres Tropenhauses zählen neben den zahlreichen Papageienarten sicherlich die Glanzstare. Man kann sie leicht am metallisch glänzenden Gefieder erkennen. Ihre Heimat ist Afrika. In freier Natur zeigen manche von ihnen ein ganz eigenartiges Verhalten: Sie setzen sich Ameisen ins Gefieder, wobei sie sich richtig aufplustern. Dieses als "Einemsen" bezeichnete Verhalten dient möglicherweise dazu, Parasiten durch die abgegebene Ameisensäure zu vertreiben.

Dreifarbenglanzstar

Äffchen

In unserem Tropenhaus laufen Weißbüscheläffchen frei herum. Nochmals unser Ersuchen: Bitte füttern Sie diese Tiere nicht! Sie erhalten von uns das für sie geeignete Futter und das natürlich auch in ausreichender Menge. Die Tiere könnten ansonst schwer erkranken. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie auch nicht versuchen so ein Tier zu berühren oder gar zu fangen!

Weißbüscheläffchen

Die hauptsächlich in Ostbrasilien verbreiteten Weißbüscheläffchen ernähren sich vor allem von Früchten und Insekten, schätzen es aber auch sehr, Pflanzensäfte zu saugen. Die etwa 20 bis 25 cm groß werdenden Tiere sind ausgezeichnete Kletterer und halten sich eigentlich auch nur im Gewirr der Äste auf. Selten, daß einer von ihnen über den Boden läuft.

Besonders nett ist es, wenn man zwei solcher Tiere bei der gegenseitigen Körperpflege, dem sogenannten "Grooming", beobachten kann: Ein Affe durchkämmt dabei mit seinen krallenartigen Nägeln das Haarkleid des anderen. Werden irgendwelche Partikel oder gar Parasiten gefunden, so werden diese mit den Zähnen entfernt.

Flughunde

Zoologisch betrachtet ist es zwar nicht ganz richtig, aber vereinfacht ausgedrückt könnte man Flughunde als früchtefressende Fledermäuse bezeichnen. Sie sind dämmerungs- bzw. nachtaktiv und hängen tagsüber meist an dunklen Versteckplätzen herum. Unsere Nil-Flughunde werden bis 15 cm groß und erreichen eine Spannweite von 40 cm. Darüber hinaus werden sie über 20 Jahre alt. Sie sind in Afrika weit verbreitet, aber auch auf Zypern, in der Türkei und auf der arabischen Halbinsel anzutreffen

Flughund

 
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