Zooturm
Gewiss, mit dem Begriff "Historisch" sollte man sorgfältig umgehen, aber zweifellos erleben wir heute einen "bedeutungsvollen Augenblick".
Erstmals in der 53 jährigen Geschichte des Haus des Meeres sind in allen Stockwerken des Turms Tiere eingezogen. Vom Keller, der für Besucher leider nicht zugänglich ist, bis hinauf zur Terrasse im 9. Stock.
Künftig werden wir – mit Ausnahme des möglichen Dachausbaus – nur mehr von Umbauten berichten können aber auch im Hinblick darauf ist sehr viel in Planung!
Es klingt unglaublich, aber erst in den letzten 3 Jahren sind die Stockwerke 4 bis 9 und der Zubau „Krokipark“ für Tiere und Pflanzen adaptiert bzw. gebaut worden. Die 50 Jahre davor mussten wir mit zwei, später drei bzw. vier Ebenen das Auslangen finden. Markant damals das erste Haibecken im Parterre und im Jahr 2000 – das Tropenhaus.
Und das Schönste dabei – wir sind inzwischen wieder schuldenfrei und unser Vorstand, die Mitglieder, die Mitarbeiter des Zoos und der Betriebs GmbH und die Freunde des Haus des Meeres sind permanent mit der Planung neuer Projekte beschäftigt.
Vieles soll im Hauptgebäude verbessert oder komplett erneuert werden. Vor allem liegt uns die Infrastruktur am Herzen, und deshalb planen wir, neben weiteren Großaquarien z.B. einen zweiten Innenlift. Auch die Durchlüftung des Hauses wird schrittweise verbessert.
Unabhängig davon fühlen wir uns unverändert den BürgerInnen Mariahilfs im Wort und arbeiten an der Umsetzung des Dachausbaues, für den sich bekanntlich eine Zweidrittelmehrheit im Vorjahr ausgesprochen hat. Nach vielen Behördengesprächen mussten wir jedoch leider erkennen, dass der ursprüngliche Umfang mit einer Gesamthöhe von 10,22 Metern – inklusive Mantadach – nicht realisierbar ist.
Wie kam es nun dazu, dass unser Projekt mit der genannten Höhe bei der damaligen Präsentation überhaupt vorgestellt und von der Bezirkspolitik einstimmig zur Bürgerbefragung ausgeschrieben wurde?
Vermutlich zweifelte der Bezirk ebenso wenig wie wir selbst daran, dass ein um 50% kleineres Objekt als jenes, welches für das Cafe Erlebnis Museum der Arcotelgruppe vor über 10 Jahren genehmigt worden ist, behördlich nicht durchgehen würde.
Aber wie das Leben so spielt, am 30.4.09 wurde das erfreuliche Ergebnis der Bürgerbefragung bekannt und am 1.5.09 trat ein neugefasster § 69 der Bauordnung in Kraft, der die Möglichkeiten zur Überschreitung der Normen des Flächenwidmungsplanes beinhaltet. Obwohl unsere Eigenschaft als gemeinnützige Kultur- und Bildungseinrichtung unverändert geblieben ist, gab es plötzlich Hemmnisse.
Daher wurde in den letzten Tagen von den PUMAR Architekten und uns eine stark reduzierte Variante zur Vorprüfung bei der MA 37 BB eingereicht und sollte diesem Antrag Erfolg beschieden sein, würden wir gemäß dem seinerzeit publizierten Stufenplan im Herbst 2011 mit den Arbeiten beginnen, sofern es keine weiteren unvorhersehbaren Ereignisse gibt.
Der Reduktion zum Opfer fiel unter anderem das geplante Restaurant. Um unser neues, dem Tierschutzgesetz entsprechendes Großaquarium realisieren zu können, mussten wir auch „in den Turm hinein“ planen und auf das Kunstwerk bedacht nehmen, was natürlich erhebliche Mehrkosten verursachen würde.
Unverändert bliebe – ebenfalls gemäß damaliger Zusage – der Panoramaaufzug, welcher direkt auf das neue Dach des Zooturms führen sollte. Wer künftig nur die Aussicht genießen möchte, müsste nur das Ticket für den Lift jedoch keinen Zooeintritt bezahlen.
Wir vom HDM TEAM hoffen immer noch, das zur Eigenfinanzierung geplante Projekt umsetzen und unserem Zooturm endlich ein adäquates, dichtes „Dach“ bauen zu können.
Die monolithischen Formen blieben entsprechend den Vorgaben der Stadt erhalten. Die von den Mahnmalbefürwortern vehement abgelehnte Dachplastik (Manta) wurde ebenso wie das Restaurant aus der Planung genommen!
Dass wir die Entstehungsgeschichte des Turms nicht verdrängen wollen, haben wir mit dem kleinen Museum im ehemaligen Kommandoraum des Feuerleitturms unter der Devise „Erinnern im Innern“, und den 22 Bildtafeln im künftigen zweiten Stiegenhaus und in unserer Homepage www.haus-des-meeres.at deutlich gemacht.
Dass aber dieser Turm inzwischen seit 53 Jahren einen international beachteten Zoo beherbergt und in der Hitliste der Sehenswürdigkeiten Wiens ganz vorne liegt und dass wir mit dieser Botschaft den Beton durchdringen wollen, sollte auch respektiert werden. Der Denkmalschutz wurde bereits im Jahre 2003 aufgrund der genehmigten Zubauten aufgehoben.
Das ändert nichts an der Tatsache, dass die 6 Wiener Flaktürme für den Krieg errichtet wurden, der Millionen Menschen schreckliches Leid gebracht hat. Daran erinnert auch ein kleiner Zusammenschnitt von Original Wochenschauberichten im Turmmuseum.
Der Turm im Esterhazypark wurde nur etwa 10 Monate für den Krieg und seither rund 66 Jahre für friedliche Zwecke genutzt.
Seit dem heutigen Tag mit Tieren in allen Ebenen!
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