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27.11.2021 00:11 | https://www.haus-des-meeres.at/de/Geschichte/iHistoryId__630.htm
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Abschied als Eigentümervertreter des HAUS DES MEERES

Am 7.10.21 war ich als Ehrenmitglied des Stiftungsvorstandes zur planmäßigen Sitzung um 15:30 eingeladen. Unter anderem wurden die teilweise noch immer offenen „Coronahilfen“ des Bundes besprochen und die weitere Vorgangsweise festgelegt – nötigenfalls mit Rechtsbeistand! Wir wollen schließlich unsere Kredite so rasch als möglich zurückzahlen und die zurückgestellten Baumaßnahmen zu einem guten und baldigen Ende bringen.

Nach Ende der Sitzung luden uns die beiden Geschäftsführer auf einen Drink ins 360° Ocean Sky ein. Der neue Lift hielt dann allerdings bereits im 10. Stock vor unserem großen, neuen Veranstaltungssaal. Dort angekommen, wurde ich mit einer minutenlangen „Standing Ovation“ empfangen. Nun ist es also soweit dachte ich, die sooft coronabedingt verschobene Abschiedsfeier für mein Ausscheiden aus dem Stiftungsvorstand am 2.4.2020 findet doch noch statt.

Langsam bekam ich einen Überblick wer da aller im coronagerecht vollen Raum anwesend ist. Zu meiner großen Freude meine Frau, meine Kinder und Enkelkinder und viele Mitglieder meiner Familie. Dazu kamen Freundinnen und Freunde, die Vertreter der Bezirksvorstehung, die Architekten unseres Zubaus, unser Hauskünstler OvF, die Vorstände der beiden Vereine „Wissenschaft und Forschung“ und „Freunde des HDM“ wo ich jeweils Ehrenpräsident bin, der Vorsitzende des Stiftungsbeirates BM Dr. Michael Häupl und mit geringer Verspätung auch der Landtagspräsident Dr. Woller. Auch der beliebte Dompfarrer Toni Faber von Sankt Stephan war unten den Ehrengästen und viele andere mehr.

Dann kamen die Reden. Begonnen hat Prof. Dr. Jörg Ott, der mir 25 Jahre lang engagiert und hilfreich zur Seite stand und maßgeblich die vielen Veränderungen mitverantwortet hat. Nach ihm ergriff der amtierende Vorsitzende des Stiftungsvorstandes Univ. Prof. Dr. Gerhard Herndl das Wort, gefolgt von Prof. Dr. Walter Hödl, dem Präsidenten von „Wissenschaft und Forschung“ und der Präsidentin der „Freunde“ Evelyn Kolar. Es war schon sehr ergreifend, was da an anerkennenden Worten gesprochen wurde!

Stellvertretend für die anderen und mit ausdrücklicher Erlaubnis von Prof. Dr. Jörg Ott darf ich nachstehend seine Rede wiedergeben:

„Lieber Franz, liebe Gäste dieser endlich stattfindenden, wohlverdienten Feier! Liebe Mitstreiter an der unglaublichen Erfolgsgeschichte dieses Hauses!

Ich bin kein Historiker – Du selbst hast oft genug über die Geschichte des Hauses gesprochen – andere werden das genauer tun. Du bist meine Verbindung zum HdM und daher möchte ich mich auf meine Beziehung zu Dir beschränken. Ich erinnere mich noch an unsere erste Begegnung in meinem Kammerl auf der Uni, wo Du Deine ganze Überredungskunst - besser: Überzeugungskunst - gebraucht hast um mich zu überreden, Präsident des Vereins zu werden, wie von Ferry vorgeschlagen.  Erst Dein Versprechen, dass ich nur repräsentieren müsse, hat mich zur Zustimmung bewogen. Und so wurde ich Zeuge des unglaublichen Aufstiegs des HdM von einem netten Aquarium zu einem zertifizierten, international vernetzten Zoo, in dem nicht nur Tiere ausgestellt werden, sondern der Bildung, der Forschung und dem Artenschutz dient und der -last but not least – zu den 10 bestbesuchten Attraktionen Wiens geworden ist. Meilensteine waren das Tropenhaus, das fast den Verein gesprengt hätte und nur durch Einsatz Deines persönlichen Vermögens (Dank an Frau Six!) ermöglicht wurde – die schrittweise Eroberung des gesamten Hauses - das Große Haibecken - der Krokipark - der Atlantiktunnel und vieles anderes mehr. Ein weiterer Meilenstein war der Erwerb des Flakturms um damit Herr im eigenen Haus zu sein.

Was ich gelernt habe – man darf nie mit dem Erreichten zufrieden sein, der Blick muss in die Zukunft gerichtet sein.

Als das Wachstum des HdM den Rahmen dessen, was ein Verein verwalten kann, gesprengt hat, hast Du die richtige Konsequenz gezogen und die Umwandlung in eine gemeinnützige Stiftung betrieben. Es war keine leichte Entscheidung und ich erinnere mich an unser Gespräch in einem Wiener Kaffeehaus, wo wir alle Für- und Wider abgewogen haben. Aber es war die richtige Entscheidung, wie die Erfolgsgeschichte des Hauses gezeigt hat.

Lieber Franz! Ich habe mit dem Begriff Seele nie viel anzufangen gewusst - ja, ein Fußball hat eine Seele, die ist aber so was Aufgeblasenes - und das Lötzinn hat eine Seele, die ist dünn und geht schnell in Rauch auf. Und wenn man von jemandem sagt, er sei “eine Seele von einem Menschen”, so ist das zumeist kein Kompliment und bedeutet eher, dass diese Person schwach und wenig durchsetzungsfähig ist. Aber dann habe ich das Haus des Meeres kennengelernt, und dieses Haus hat Eine Seele! Und die bist Du, lieber Franz. Seit mehr als 60 Jahren bist Du beseelt von dem Gedanken, daraus den schönsten und besten Zoo Wiens zu machen. Obwohl Du ausnehmend leutselig bist, hast Du keine Saumseligkeit Deiner Mitarbeiter geduldet, seien die Aufgaben noch so mühselig gewesen.

Als der unselige Moment gekommen war, an dem Du das Zepter niederlegt hast, fürchteten wir, dass Du uns armselig mutterseelen-allein zurücklassen könntest! Das hat uns sehr trübselig gemacht! Aber, Du bist weiterhin die gute Seele dieses Hauses geblieben. Aber bevor meine Rede zu rührselig wird erhebe ich lieber weinselig mein Glas und danke Dir – etwas zu redselig - von ganzem Herzen für alles, was Du für dieses Haus getan hast und wünsche Dir noch viele glückselige Jahre, mit Deiner lieben Frau, mit Deiner Familie und uns allen, für die Du immer die Seele des Hauses bleiben wirst.“                                       

Schließlich meldeten sich die beiden Geschäftsführer, Zoodirektor Dr. Michal Mitic und Geschäftsführer Hans Köppen zu Wort. Mit Dr. Mitic verbindet mich eine 34-jährige Zusammenarbeit und mit Hans Köppen immerhin 15 Jahre. Beide fanden überaus nette Worte und zum Abschluss wurde – nunmehr offiziell – festgestellt, dass alle Gremien des Hauses einstimmig beschlossen haben, mir den inzwischen fertiggestellten Zubau zu widmen. Während die Herren sprachen, wurde gleichzeitig an der Außenwand im Eingangsbereich eine Tafel beinhaltend einigen Highlights aus meiner inzwischen 57-jährigen, ehrenamtlichen Tätigkeit für das HAUS DES MEERES, angebracht. 

Danach durfte ich ein selbstgemachtes Kunstwerk der Chefin unserer HDM-Guides, Mag.a Sandra Schneider in Empfang nehmen. Es stellt einen Kraken mit 8 Fangarmen dar. Ob es sich um eine Anspielung der Geschäftsführer handelt, die damit zum Ausdruck bringen wollten, dass ich meine Hände überall gleichzeitig im Spiel hatte, konnte ich bisher noch nicht hinterfragen.

Von Frau Dr. Veronika Mitic, der Gattin unseres Zoochefs erhielt ich zuvor schon ein von ihr großartig gemaltes Bild mit einem "Picasso Drückerfisch" ...

Bevor das reichhaltige Buffet zu den Klängen unserer ungarischen Kapelle eröffnet wurde, durfte auch ich mich bedanken. Bedanken bei allen bisher Genannten, unserer kaufmännischen Leiterin Prokuristin Andrea Kalab für deren großartige Leistungen, beginnend beim Aufbau der Betriebs GmbH, bei den drei Tierkuratoren Dr. Daniel Abed-Navandi, Mag. Michael Köck und Dr. Robert Rinner die mit Ihren Crews für das Wohl unserer Tiere sorgen, dem Kurator des Flakturmmuseums Dr. Marcello La Speranza, der Chefin unserer Gastrobetriebe Fahriye Yüzbasioglu, der leider erkrankten Shopverantwortlichen MMag.a Sylvia Mayrhofer der Leiterin unserer famosen KULTUR~WELLE Mag.a Nicole Schiller, unserem Baumeister DI Peter Neßmerak ohne dessen Know-how wir den unfallfreien Zubau bei laufendem Betrieb wohl kaum geschafft hätten und allen anderen unseres erfolgreichen HDM TEAM, die abwesend bzw. unerwähnt geblieben sind.

In meinem Innersten dankte ich auch den vielen inzwischen verstorbenen Freunden und Wegbegleiter, beginnend bei Dr. Fritz Hartel, Erich Brenner, Abg.z.NR Hans Jungwirth, den Professoren Dr. Rupert Riedl und Dr. Ferdinand Starmühlner, Mag. Heribert Rath, Hans und Lotte Hass, Konrad Haas, Norbert Schuh, Werner Binder, Hans Weber, Herbert Thill und Emil Benesch um nur einige zu nennen. Allzu lang ist diese Liste inzwischen geworden. 

Last but not least und im Besonderen auch meiner lieben und verständnisvollen Frau Irene und unseren Kindern Gerald und Claudia sowie den Enkelkindern Julia, Manuela und Michaela. Sie alle mussten mich nur allzu oft mit dem HAUS DES MEERES teilen. Das Gerald nach 37 Jahren Vereinsmitgliedschaft meine Funktion im Stiftungsvorstand – nach gutem Zureden – im Vorjahr übernommen hat, freute mich besonders!

Als ich das Haus schließlich gemeinsam mit meiner Familie verließ und auf der lichtdurchfluteten neuen Fassade die Widmungstafel sah, kamen die Erinnerungen an den Beginn zurück. An die beiden Halbstöcke im fensterlosen, eiskalten und leerstehenden ehemaligen Flakturm, der durch einige Pioniere und Ehrenamtliche und viele ambitionierten Menschen im Laufe der Jahrzehnte mit blühenden Leben erfüllt wurde. Nicht nur im Innenbereich, sondern auch mit der höchsten, begrünten Gebäudewand Österreichs und vier von außen sichtbaren Tropenhäusern. Ganz zu schweigen von der schönsten Dachterrasse Wiens und dem Solardach, welches den alten und neuen Baukörper harmonisch zusammenfügt und teilweise mit Eigenenergie versorgt!  

Ja, ich bin stolz auf unser aller HAUS DES MEERES!

Franz Six

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