16.12.2018 19:03 | https://www.haus-des-meeres.at/de/Unsere-Tiere/Zootiere/Krokipark.htm
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Krokipark

Das Konzept der freilaufenden Tiere, das sich in unserem Tropenhaus so bewährt und den Besuchern viel Freude und interessante Begegnungen der ganz anderen Art ermöglicht, wurde konsequenterweise auch in dem im Dezember 2007 eröffneten "Emmerich Schlosser-Krokipark" umgesetzt. Dieser wurde nach nur 9 Monaten Bauzeit fertig gestellt  und nach dem langjährigen Direktor des Haus des Meeres, Herrn Emmerich Schlosser, benannt.  

Als Besonderheit wurde ein Teil des Bodens im Wasserteil aus Glas gestaltet, sodass Besucher im Eingangsfoyer  einen Blick nach oben direkt ins Krokodilbecken werfen können.  Mit etwas Glück liegt dort gerade eine der imposanten Panzerechsen. Neben Sunda-Gavialen bewohnen auch verschiedene Arten an Fischen, Schildkröten, Vögel und auch Affen den Krokipark.

Krokodile zählen zweifellos zu den größten Reptilien der Welt, obwohl sie verwandtschaftlich eigentlich den Vögeln näher stehen. Drei Großgruppen lassen sich unterscheiden, die in ihrer Verbreitung aber alle auf die tropischen Gebiete unserer Erde beschränkt sind: Alligatoren, Gaviale und die eigentlichen Krokodile.

Die Panzerechsen, wie Krokodile auch gerne bezeichnet werden, leben in Flüssen und Seen, einige Arten sogar im Meer und sind hervorragend an das Leben im Wasser angepasst. Die höchsten Punkte des Kopfes zum Beispiel, sind die Augen und die Nasenlöcher. Sehen und Atmen sind also auch bei fast untergetauchtem Körper möglich. Der kräftige Schwanz stellt ein ausgezeichnetes Antriebsorgan dar und Krokodile können über eine Stunde lang tauchen. Zum Eierlegen allerdings verlassen die Weibchen das Wasser. Sie bauen Nester und bewachen auch die Eier bis zum Schlupf der Jungen. 

Bei uns können Sie Sunda-Gaviale bewundern. Ihre Heimat sind die Flüsse, Seen und Sumpfgebiete der Malayischen Halbinsel, Sumatras und Borneos, wo sie sich hauptsächlich von Fischen, aber auch von Wasservögeln u.ä. ernähren. Trotz ihrer Größe (mit über 5 Metern Länge zählen sie zu den größten Krokodilarten überhaupt), der furchterregenden Zähne und ihrer für Gaviale typischen langen, dünnen Schnauze sind sie eher scheue Krokodile, die dem Menschen in der Regel nicht gefährlich werden. Zum Glück für unsere anderen Mitbewohner sind unsere Tiere an tote Futtertiere gewöhnt und zeigen kein Interesse daran zu jagen. Davon profitieren in erster Linie die Fische.

Viele der gezeigten Fische sind in ihren Herkunftsländern beliebte Speisefische, so zum Beispiel der Haiwels, den viele wohl eher unter der lateinischen Gattungsbezeichnung Pangasius kennen, unter der dieser Fisch in den Handel kommt. Seine deutsche Bezeichnung verdankt dieser freischwimmende Wels seiner oberflächlichen Ähnlichkeit mit Haien. Haiwelse erreichen meist Längen um 60 bis 100 cm. Eine Art jedoch, der Mekong-Riesenwels, wird über drei Meter lang und zählt zu den größten Süßwasserfischen der Welt. Ebenfalls ein beliebter Speisefische ist –nomen est omen- der Speisegurami. Der Speisegurami stammt wie der Haiwels aus Südostasien und wird bis zu 60 cm lang. Dieser Fisch besitzt ein zusätzliches Atmungsorgan, mit dem er Sauerstoff aus der Luft holt. Wird er am Luftholen gehindert, erstickt er sogar. Dies stellt eine Anpassung an sauerstoffarme Gewässer dar, die dieser Fisch vorzugsweise bewohnt.

Die Vögel des Krokiparks sind hauptsächlich afrikanischen Ursprungs. Zu den charakteristischsten Vögeln Afrikas zählen Glanzstare, Bartvögel und Turakos. Akustisch wie farblich sind davon Glanzstare wohl die auffälligsten Tiere. Smaragdglanzstare zum Beispiel sind glänzend-grüne Tiere mit einer schillernd blauen Brust, während Purpurglanzstare ein gelber Augenrung als Kontrast zum purpurfarbenen Gefieder auszeichnet. Während viele Stare sonst hauptsächlich durch ihr anhaltendes Gekreische auffallen, gehören Zimtflügelstare wohl mit zu den besten Sängern des afrikanischen Kontinents. Sie brauchen den Vergleich mit unserer heimischen Nachtigall oder Amsel nicht zu scheuen. 

Die auffälligsten Vögel im Flug sind wohl Turakos. Rothaubenturakos zum Beispiel sind grasgrün, tragen einen roten Federschopf und besitzen rote Flügelunterseiten, die beim Fliegen signalartig aufleuchten. Dieses Rot stellt eine Besonderheit dar, ist es doch in leicht alkalischem Wasser löslich, sodass ein nasser Turako beim Berühren deutliche Farbspuren an den Händen hinterlässt, quasi ein fliegendes Alarmpaket: Stehlen sinnlos! Ein Verwandter der Turakos lebt den Sommer über auch in Europa, wo er hauptsächlich durch seinen Ruf auffällt: Es ist der Kuckuck. Im Gegensatz zu ihm ziehen Turakos jedoch ihre Jungen selbst groß. 

Als einzige Säugetiere bewohnt eine Familiengruppe Lisztäffchen den Krokipark. Lisztäffchen bewohnen nur ein kleines Gebiet in Nordkolumbien und zählen zu den meist gefährdeten Krallenaffenarten.

Ihre deutsche Bezeichnung verdanken sie dem Umstand, dass ihre Kopfbehaarung entfernt an die Haartracht des österreichisch-ungarischen Komponisten Franz Liszt erinnert. Bei jungen Lisztäffchen entwickelt sich dieser Kopfputz erst sukzessive, somit sehen Jungtiere oft ein bisschen zerrupft aus. Lisztäffchen erkennen Kaimane instinktiv als große Gefahrenquelle und behalten sie ständig im Auge. Bei einem Standortwechsel der Panzerechsen machen sich die Affen mit Rufen gegenseitig darauf aufmerksam und bei der Krokodilfütterung schimpfen sie auf die „bösen, bösen Krokodile“, ähnelt doch die verfütterte Ratte entfernt einem Lisztaffen.

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