30.04.2017 03:18 | https://www.haus-des-meeres.at/de/Unsere-Tiere/Zootiere/Mittelmeertiere.htm
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Mittelmeertiere

Das Mittelmeer zählt zu den beliebten Urlaubszielen der Europäer. Die im Sommer warmen Wassertemperaturen (an der Oberfläche bis 29 °C), das stabile, sonnenreiche Wetter an malerischen Küsten sind die Hauptanziehungspunkte für Touristen. 
Aber gerade die Tourismus-Industrie leistet einen erheblichen Beitrag zur Zerstörung dieses Naturraumes: In den Urlaubsmonaten steigt die Bevölkerungszahl an vielen Küsten um ein Mehrfaches an, die dann stark anschwellenden Abwasserströme gelangen mancherorts ungeklärt ins Meer. Damit kommen aber nicht nur Krankheitskeime, die eine direkte Wirkung auf den Badegast haben in Badegewässer, sondern auch Waschmittelrückstände. Diese verursachen nun als Pflanzendünger ein verstärktes Algenwachstum. Algenpesten, die alle Jahre im nördlichen Mittelmeer auftreten, sind dann die Auswirkung. Dabei werden die abgestorbenen Algen über Bakterien zersetzt und legen sich in Form von "Meeresschnee" über die Bodenlebewesen...
Die Folge: Alle unter dieser Masse begrabenen Tiere werden erstickt und getötet. Die Auswirkungen für das Ökosystem sind verheerend, denn gerade diese Bodenlebewesen fungieren als gigantischer Filter und reinigen das Meer. Nicht nur, dass die toten Organismen nun das ganze System organisch belasten, fehlt noch dazu ihre Reinigungskraft um das Meer wieder zu entlasten - ein wahrer Teufelskreis. 
Die Errichtung von Kläranlagen und umweltbewußtes Einsetzen von Düngemitteln sind sicherlich wirkungsvolle Maßnahmen um die Misere in den Griff zu kriegen. Aber die Zeit drängt. 
Gewinnen Sie durch Betrachten der ausgestellten Tiere einen Eindruck von der Vielfältigkeit dieses schützenswerten Lebensraumes.

Sie finden in dieser Abteilung Vertreter fast aller Meeres-Tiergruppen. Die niedersten, vielzelligen Tiere sind die Schwämme. Trotz der Ähnlichkeit im Namen haben diese Tiere nichts mit dem "Schwammerl", mit dem Pilz, zu tun. Pilze gehören weder den Pflanzen, noch den Tieren an. Sie stellen eine völlig eigenständige Gruppe von Lebewesen dar. Schwämme hingegen sind echte Tiere, wenngleich dies beim Betrachten eigentlich nicht auffällt. Es handelt sich um ganz ursprüngliche Vertreter, wo weder Gewebe noch Organe oder Muskeln zu finden sind. Das weiche Skelett einiger Arten findet im Badezimmer Verwendung: als echter Badeschwamm. 

Aus der Gruppe der Nesseltiere zeigen wir verschiedene See-Anemonen Arten. Diese mit den Quallen verwandten Tiere besitzen kleine Nesselzellen, die bei Berührung explodieren und Gift freisetzen. Wird ein Mensch vernesselt, dringt Gift in seine Haut ein, je nachdem, um welches Nesseltier es sich handelt, reichen die Symptome von Juckreiz mit Nesselausschlag bis hin zu starken Schmerzen. Die häufigsten Seeanemonen der Mittelmeerküsten sind die braunvioletten Wachsrosenund die dunkelroten Pferdeaktinien, beide können im Haus des Meeres beobachtet werden.  

Einer der schönsten Vertreter der Meereswürmer ist die SchraubensabeIIe. Dieser Verwandte des Regenwurmes baut sich selbst eine Röhre, in der er lebt. Lediglich die Kiemenkrone schiebt er aus seiner Behausung heraus, um damit Plankton zu fangen.

An Krebstieren werden Hummer und Einsiedlerkrebse in unseren Aquarien gepflegt. Sie besitzen fünf Schreitbeinpaare, wobei das vorderste oft große Scheren trägt und dem Nahrungserwerb dient. Alle Krebse häuten sich infolge des Wachstums. Dabei können selbst verlorengegangene Gliedmaßen teilweise ersetzt werden. Im Laufe mehrerer Häutungen kann ein Bein komplett wiederhergestellt werden. 

Octopusse sind genauso wie Muscheln oder Schnecken Weichtiere. Sie sind schwierig als Haustiere zu halten, aber trotzdem gelingt es sie im Haus des Meeres zu zeigen. Sie haben charakteristische Fangarme am Kopf, weswegen sie auch "Kopffüßler" genannt werden. Im Kopf befindet sich auch ein Tintenbeutel, dessen Inhalt mit Ausatemwasser vermischt bei Gefahr einem Räuber ins Gesicht gespritzt wird. Dies hat den Kopffüßlern auch den Namen "Tintenfische" gegeben, obwohl "Tintenschnecke" eine genauere Bezeichnung wäre. Unser Octopus hat in wenigen Tagen erlernt Schraubgläser zu öffnen - eine für Weichtiere hohe Intelligenzleistung!

Die Gruppe der Stachelhäuter faßt Seesterne, Seeigel und Seewalzen zusammen. Besonders beim Seestern fällt die dieser Gruppe gemeinsame fünfstrahlige Körpersymmetrie auf. 

Der Körper der Seeigel ist mit Stacheln, die spitz zulaufen bewehrt. Falls diese in die Haut geraten, verursachen sie schmerzhafte, langsam heilende Wunden. Vor allem die zwei dunklen Seeigelarten des Mittelmeeres haben sehr spitze, leicht abbrechende Stachel, beide können im Haus des Meeres beobachtet werden. 

Die Fischfauna des Mittelmeeres hat nur wenige Vertreter, die es mit der Farbenpracht der tropischen Korallenrifffische aufnehmen können, allein die orange-rosafarbigen Fahnenbarsche und mancher rotgrünvioletter Lippfisch wie Meerjunker oder Meerpfau erinnern in ihrer Färbung an die grell gefärbten Riffbewohner. Trotzdem gibt es Interessantes an den Fischen des Mittelmeeres zu beobachten: 

Charakteristische räuberische Bodenfische sind die Drachenköpfe. Die bis zu 50 cm groß werdenden Tiere sitzten regungslos am Meeresboden und lauern dort durch Fransen und andere Hautfortsätze getarnt, kleineren Fischen auf. Sollte einer nahe genug gekommen sein, so öffnet der Drachenkopf blitzartig sein Maul und saugt die Beute förmlich ein. Darüberhinaus sind Drachenköpfe giftig. Ihre Stacheln am Kiemendeckel und die Hartstrahlen der Rückenflosse besitzen Giftdrüsen. Ein versehentliches Daraufgreifen bzw. -steigen verursacht stark schmerzende Wunden, Lebensgefahr besteht aber keine. Da es sich um ein Eiweißgift handelt, empfiehlt es sich, als "Erste Hilfe" Maßnahme, die betroffene Stelle so lange als möglich in 45 Grad warmen Wasser zu baden, da dadurch das Gift zerstört wird.

Petermännchen sind ebenfalls "aktiv giftige" Fische, die auf Sandböden im nördlichen Atlantik und im Mittelmeer bereits im seichten Wasser leben. Sowie die Drachenköpfe besitzen sie Giftstacheln an der ersten Rückenflosse und auf dem Kiemendeckeln. Petermännchen gehören zu den ganz wenigen Fischarten, die ihre Waffen aktiv einsetzen, d.h. sie attackieren vermeintliche Angreifer. Die meisten anderen "aktiv giftigen" Fische setzen, trotz ihrer Bezeichnung, die Giftdornen nur zur Verteidigung ein. Sie werden uns nur dann gefährlich, wenn wir darauf steigen oder sie anfassen, nicht so die Petermännchen. Viele Unfälle sind bekannt, wo diese Fischart badende Menschen attackiert und mit den Giftstacheln verletzt hat. Heftige Schmerzen und Blutungen sind die Folge. Als Erste-Hilfe-Maßnahme empfiehlt es sich wieder die betroffene Extremität bei etwa 45°C zu baden. Ein Besuch bei einem Arzt ist dringendst anzuraten, wenngleich Todesfälle äußerst selten sind. 

Bei den silbrig glänzenden, größeren Fischen, die die freien, bodenferneren Zonen bewohnen, handelt es sich um Meeräschen und Brassen.
Vor allem diese Arten werden durch die Fischerei wirtschaftlich genutzt. Viele Brassenarten sind dadurch schon selten geworden, und auch immer mehr kleine Tiere werden gefangen. Mancherorts trägt illegales Harpunieren mit dem Tauchgerät dazu bei, dass sensible Fischarten beinahe ausgerottet wurden und werden, so z.B. die großen, mehrere Jahrzente alt werdenden Zackenbarsche.

So wie diese waren auch die Muränen schon im alten Rom eine geschätzte Delikatesse. Ihr Biß verursacht tiefe, langsam heilende Wunden. Diese aalverwandten Fische sind aber nicht besonders aggressiv, über ihre Giftigkeit wird immer noch spekuliert. Fest steht lediglich, dass das Blut toxisch ist. Beim Biß dürften eher Sekundärinfektionen über Futterreste, die an den spitzen, kegelförmigen Zähnen hängengeblieben sind, eine Rolle spielen und zu Komplikationen führen.

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