17.10.2018 15:58 | https://www.haus-des-meeres.at/de/Unsere-Tiere/Zootiere/Tropenhaus.htm
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Tropenhaus

Liebe BesucherInnen und Besucher!

In unserem Tropenhaus können sich die meisten Tiere völlig frei bewegen und es gibt beinahe keine Barrieren, die Sie als Besucher von den Tieren trennen. Wir haben das bewusst so gestaltet um Ihnen das hautnahe Erleben der Tierwelt  besser zu ermöglichen.

Bitte beachten Sie, dass das FÜTTERN und das BERÜHREN der Tiere STRENGSTENS VERBOTEN ist, durch falsches Futter können die Tiere schwer erkranken! Jagen Sie die Tiere bitte nicht und steigen Sie bitte nicht in die Gehege.

Wir verfolgen mit dem Tropenhaus zwei Ziele: Zum einen wollen wir natürlich unseren Tieren optimale Haltungsbedingungen bieten. Daher sind zum Beispiel große Teile der Glasfront sogar mit einem Spezialglas, das UV durchlässig ist, ausgestattet. So hat das eindringende Sonnenlicht tatsächlich die gleiche Qualität wie im Freien. Die entsprechende tropische Temperatur im Inneren des Glaszubaus und das feuchte Klima werden vollautomatisch geregelt. Dies alles sind Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Zucht diverser, zum Teil stark gefährdeter Tierarten. Zum anderen möchten wir unseren BesucherInnen eine Erlebniswelt  bieten. Sie sollen dieses tropische Klima tatsächlich auf der Haut spüren und diese schwere, feuchtwarme Tropenluft atmen. 

Machen Sie eine kurze Regenwaldwanderung: sozusagen aus dem Wasser kommend über Wege und Hängebrücke, vorbei am Wasserfall hinauf bis in die Kronenregion der Bäume. Dabei werden Sie natürlich auch von der entsprechenden Tierwelt begleitet. Es geht vorbei an Fischen aus Mangrovenregionen, an Sumpf- und Landschildkröten hinauf zu den frei fliegenden Vögeln und frei herumlaufenden Äffchen.

Die Mangrove ist eine flache, meist vegetationsreiche Zone der Tropen und Subtropen, wo sich Süß- und Salzwasser mischen. Bei Flut dringt dort das Meerwasser weit in Richtung Land vor, während bei Ebbe von landwärts her das Süßwasser wieder Richtung Meer drängt. Anders ausgedrückt steht das Mangrovengebiet im dauernden Wechsel zwischen Süß- und Salzwasser. Nur wenige spezialisierte Tier- und Pflanzenarten sind dieser permanenten, starken Milieuänderung gewachsen. Zwei Bullaugen geben einen umfassenden Einblick in unsere Nachbildung einer Mangrovenlandschaft.

Als Fischbeispiele seien hier das an den Küsten des Indischen Ozeans beheimatete Silberflossenblatt und der südostasiatische Schützenfisch genannt.
Der Schützenfisch lebt in Süß- und Brackwasserregionen Südostasiens und hat eine spezielle Art des Nahrungserwerbs entwickelt: durch einen gezielten Wasserstrahl schießt er Insekten, die auf Blättern über der Wasseroberfläche sitzen, herunter. Die Funktion dieser „Spritzpistole" ist recht einfach, wenn auch in der Natur einmalig - Gaumendach und Zunge bilden eine Rinne; durch Zusammendrücken der Kiemendeckel wird Wasser durch diesen „Gewehrlauf" gepresst. Um Zielfehler, bedingt durch die unterschiedliche Lichtbrechung von Luft und Wasser, zu verhindern, bemühen sich die Fische diesen Wasserstrahl möglichst senkrecht unter dem Beutetier abzuschießen.

Pfeilschwanzkrebse sind ungewöhnliche Tiere, die optisch ein bisschen an unseren heimischen Urzeitkrebs Triops erinnern, jedoch viel größer sind und  gehören systematisch gesehen in eine Tiergruppe, die man wohl kaum mit Wasser und Meer in Verbindung bringen würde: den Spinnentieren (zu sehen sind sie im 2. Stock).
Pfeilschwanzkrebse bewohnen in drei Gattungen die Küstengebiete Nordamerikas und Südostasiens. Die gezeigte Art aus der Gattung Limulus stammt aus Nordamerika. Zur Paarungs- und Laichzeit versammeln sie sich zu Tausenden an den Flachwasserküsten, wo man sie sehr gut beobachten kann. Sie besitzen einen dreiteiligen Körper, wobei der hinterste Teil, der Schwanzstachel nicht zur Verteidigung dient. Das Tier verwendet ihn in erster Linie als Hilfsmittel beim Umdrehen, Eingraben, bei der Häutung und auf der Flucht.
Pfeilschwanzkrebse sind urtümliche Tiere, die sich seit 360 Millionen Jahren nicht verändert haben. Sie gelten als Schulbeispiel für eine langsame Evolution und werden daher als „Lebende Fossilien“ bezeichnet.

Vieraugenfische sind Oberflächenfische, bei denen das Auge durch eine quer liegende Scheidewand in zwei Hälften geteilt ist, so dass das Tier gleichzeitig über und unter Wasser scharf sehen kann. Somit hat auch dieses Tier nur zwei Augen, allerdings stark modifiziert. Vieraugenfische leben an den Küsten Mittel- und Südamerikas, wo sie Schlammböden im extremen Flachwasser abweiden.
Hier helfen ihnen die seltsamen Augen um einerseits nach Feinden aus der Luft Ausschau halten zu können, und andererseits auf dem Schlamm die Beläge präzise abgrasen zu können. Vieraugenfische sind lebendgebärend. Die Männchen besitzen ein Fortpflanzungsorgan mit dem sie ihr Sperma in die Weibchen einbringen. Die Jungfische sind bei der Geburt schon weit über zwei Zentimeter lang und vollkommen selbständig.

 Silberflossenblatt & Schützenfisch
 Pfeilschwanzkrebse
 Vieraugenfische

Bei den in einem großen Aquaurium untergebrachten Schildkröten handelt es sich um verschiedene Sumpfschildkröten aus Südamerika, Afrika und Südostasien. Eine Tunnelröhre soll Kinder ermutigen, die Tierwelt aus ihrer Perspektive zu erleben, frei nach unserem Konzept „Mittendrin statt nur davor“. 

Zwei der bei uns gezeigten Landschildkröten, nämlich die Köhlerschildkröte und die Waldschildkröte leben nicht nur in unserem Tropenhaus zusammen, sondern kommen auch auf ihrem Herkunftskontinent, in Südamerika, gemeinsam vor. Die beiden Arten erreichen eine Panzerlänge von etwa 50cm. Im Gegensatz zu den hierzulande gerne gepflegten Griechischen und Maurischen Landschildkröten handelt es sich bei Köhler- und Waldschildkröten nicht um reine Vegetarier. Sie lieben Mischkost und verzehren auch ganz gerne diverse Insekten oder Aas. Sie bewohnen den Bodenbereich im Tropenhaus mit Aldabra-Riesenschildkröten, die als halbwüchsige Tiere noch ein paar Jahre vor sich haben, um diesem Namen auch tatsächlich gerecht zu werden.

 Sumpfschildkröte
 Köhlerschildkröte
 Waldschildkröte

Alle bei uns untergebrachten Vögel können sich im Tropenhaus frei bewegen. Dabei könnte es natürlich einmal sein, dass Sie versehentlich "beschwatzt" werden. Normalerweise halten sich die Vögel nicht über den Besucherwegen auf, aber sollte es dennoch einmal passieren, dass Sie das "Glück" von oben trifft, möchten wir uns hiermit dafür entschuldigen. Aber wenn man Tier und Mensch wirklich auf erlebbare Distanz ohne Barrieren, so wie eben in freier Natur, zusammenbringen will, dann kann eben auch das Natürlichste auf der Welt passieren.

Zu den schönsten und farbenprächtigsten Vögeln unseres Tropenhauses zählen neben Webervögeln und Turakos sicherlich die Glanzstare. Man kann sie leicht am metallisch glänzenden Gefieder erkennen. Der Amethystglanzstar trägt im männlichen Geschlecht ein edles Dunkelviolett zur Schau, Dreifarbenglanzstare dagegen sind in beiden Geschlechtern knallbunt gefärbt. Ihre Heimat ist Afrika. In freier Natur zeigen manche von ihnen ein ganz eigenartiges Verhalten: Sie setzen sich Ameisen ins Gefieder, wobei sie sich richtig aufplustern. Dieses als "Einemsen" bezeichnete Verhalten dient möglicherweise dazu, Parasiten durch die abgegebene Ameisensäure zu vertreiben.

Hühnervögel sind im Tropenhaus in mehreren Arten anzutreffen. Während die emsigen Straußwachteln oft zwischen den Besucherbeinen herumlaufen, sitzen die majestätischen Blaukehlguane oft auf den hölzernen Handläufen. Wenn man ruhig vorbei geht, bleiben sie in der Regel auch genau dort sitzen, wobei viele Besucher das entfernt an Geier erinnernde Aussehen des stattlichen, aber überaus friedlichen Huhnes davor abschrecken mag.

 Dreifarbenglanzstare
 Straußwachteln
 Blaukehlguane

Kein Vogel aber zieht den Besucher der afrikanischen Savannen so in seinen Bann  wie der Tocko, allen voran der Gelbschnabeltocko. Diese werden in Afrika oft liebevoll „Flying Banana“ genannt, in Anspielung auf Farbe und Form ihrer Schnäbel. Während viele Tiere sich bei Massenandrang eher zurückhalten, blühen diese Tiere erst auf, wenn „so richtig die Post abgeht“. Man merkt es ihnen direkt an, wie sie es lieben sich neben verdutzte Besucher zu setzen oder über ihre Köpfe hinweg zu fliegen. Nicht einmal Papageien lieben das Bad in der Menge so sehr wie Tockos. Mit ihrem entfernt an Geier erinnernden Aussehen lassen diese Begegnungen keinen Besucher kalt. Sie sind Clowns, Piraten und Entertainer in einem und halten für jedes „Portrait mit Tier“ still.

Zoologisch betrachtet ist es zwar nicht ganz richtig, aber vereinfacht ausgedrückt könnte man Flughunde als früchtefressende Fledermäuse bezeichnen. Sie sind dämmerungs- bzw. nachtaktiv und hängen tagsüber meist an dunklen Versteckplätzen herum. Unsere Nil-Flughunde werden bis 15cm groß und erreichen eine Spannweite von 40cm. Darüber hinaus werden sie über 20 Jahre alt. Sie sind in Afrika weit verbreitet, aber auch auf Zypern, in der Türkei und auf der arabischen Halbinsel anzutreffen.

 Gelbschnabeltocko
 Nil-Flughunde
 Gelbschnabeltocko

Die im westlichen Amazonasbecken verbreiteten Springtamarine ernähren sich vor allem von Früchten und Insekten und teilen sich das Tropenhaus mit Braunrückentamarinen. Die etwa 20 bis 25cm groß werdenden Tiere sind ausgezeichnete Kletterer und Springer und halten sich in der Natur im unteren Bereich der Bäume auf, selten klettern sie höher als fünf oder sechs Meter. Im Gegensatz zu anderen Krallenaffen kann man sie auch öfter am Boden antreffen, und manchmal nehmen sie auf dem Rücken unserer Landschildkröten ein Sonnenbad. Besonders nett ist es, wenn man zwei solcher Tiere bei der gegenseitigen Körperpflege, dem sogenannten "Grooming", beobachten kann: Ein Affe durchkämmt dabei mit seinen krallenartigen Nägeln das Haarkleid des anderen. Werden irgendwelche Partikel oder gar Parasiten gefunden, so werden diese mit den Zähnen entfernt. Im Gegensatz zu verwandten Äffchen können mehrere Weibchen Junge bekommen und da auch immer nur eines. Sonst sind bei Krallenaffen Zwillingsgeburten typisch. 

Die größten Bewohner unseres Tropenhauses sind unsere beiden Weißkopfsaki-Brüder. Weißkopfsakis leben im nordöstlichen Südamerika, wo sie alle Arten an Wäldern bewohnen. Sie werden mit etwa 40cm Kopf-Rumpflänge deutlich größer als Krallenaffen und auch deutlich schwerer. Trotz ihrer Größe sind es ausgesprochen friedliche und ruhige Affen, die die Harmonie deutlich dem Streit vorziehen. Auffällig ist der Kontrast des schwarzen und langzotteligen Felles mit dem buschigen Schwanz zu der weißen Gesichtsbehaarung. Sakis sind richtiggehende Nussknacker. Ihre Hauptnahrung stellen alle Arten von Nüssen dar, auch hartes Obst und Blätter werden gerne genommen.

 Springtamarine
 Braunrückentamarine
 Weißkopfsakis

Nochmals unser Ersuchen: Bitte füttern Sie diese Tiere nicht! Die Tiere könnten ansonst schwer erkranken!

Sie erhalten von uns das für sie geeignete Futter und das natürlich auch in ausreichender Menge. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie auch nicht versuchen so ein Tier zu berühren oder gar zu fangen!

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Öffnungszeiten

Täglich, 365 Tage im Jahr!

Montag - Sonntag: 09:00h bis 18:00h

Donnerstag: 09:00h bis 21:00h

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