24.11.2017 04:42 | https://www.haus-des-meeres.at/de/Unsere-Tiere/Zootiere/Tropenhaus.htm
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Tropenhaus

Liebe BesucherInnen und Besucher!

In unserem Tropenhaus können sich die meisten Tiere völlig frei bewegen und es gibt beinahe keine Barrieren, die Sie als Besucher von den Tieren trennen. Wir haben das bewusst so gestaltet um Ihnen das hautnahe Erleben der Tierwelt  besser zu ermöglichen.

Bitte beachten Sie, dass das FÜTTERN und das BERÜHREN der Tiere STRENGSTENS VERBOTEN ist, durch falsches Futter können die Tiere schwer erkranken! Jagen Sie die Tiere bitte nicht und steigen Sie bitte nicht in die Gehege.

Wir verfolgen mit dem Tropenhaus zwei Ziele: Zum einen wollen wir natürlich unseren TIEREN optimale Haltungsbedingungen bieten. Daher sind zum Beispiel große Teile der Glasfront sogar mit einem Spezialglas, das UV durchlässig ist, ausgestattet. So hat das eindringende Sonnenlicht tatsächlich die gleiche Qualität wie im Freien. Die entsprechende tropische Temperatur im Inneren des Glaszubaus und das feuchte Klima werden vollautomatisch geregelt. Dies alles sind Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Zucht diverser, zum Teil stark gefährdeter Tierarten.
Zum anderen möchten wir unseren BESUCHERINNEN eine Erlebniswelt  bieten. Sie sollen dieses tropische Klima tatsächlich auf der Haut spüren und diese schwere, feuchtwarme Tropenluft atmen. 

Machen Sie eine kurze Regenwaldwanderung: sozusagen aus dem Wasser kommend über Steige und Hängebrücke, vorbei am Wasserfall hinauf bis in die Kronenregion der Bäume. Dabei werden Sie natürlich auch von der entsprechenden Tierwelt begleitet. Es geht vorbei an Fischen aus Mangrovenregionen, über Sumpf- und Landschildkröten hinauf zu den frei fliegenden Vögeln und frei herumlaufenden Äffchen.

Die Mangrove ist eine flache, meist vegetationsreiche Zone der Tropen und Subtropen, wo sich Süß- und Salzwasser mischen. Bei Flut dringt dort das Meerwasser weit in Richtung Land vor, während bei Ebbe von landwärts her das Süßwasser wieder Richtung Meer drängt. Anders ausgedrückt steht das Mangrovengebiet im dauernden Wechsel zwischen Süß- und Salzwasser. Nur wenige spezialisierte Tier- und Pflanzenarten sind dieser permanenten, starken Milieuänderung gewachsen.

Als Fischbeispiele seien hier das an den Küsten des Indischen Ozeans beheimatete Silberflossenblatt und der südostasiatische Schützenfisch genannt.
Der Schützenfisch lebt in Süß- und Brackwasserregionen Südostasiens und hat eine spezielle Art des Nahrungserwerbs entwickelt: durch einen gezielten Wasserstrahl schießt er Insekten, die auf Blättern über der Wasseroberfläche sitzen, herunter. Die Funktion dieser „Spritzpistole" ist recht einfach, wenn auch in der Natur einmalig - Gaumendach und Zunge bilden eine Rinne; durch Zusammendrücken der Kiemendeckel wird Wasser durch diesen „Gewehrlauf" gepresst. Um Zielfehler, bedingt durch die unterschiedliche Lichtbrechung von Luft und Wasser, zu verhindern, bemühen sich die Fische diesen Wasserstrahl möglichst senkrecht unter dem Beutetier abzuschießen.

Der interessanteste Fisch dieser Region ist aber zweifellos der Schlammspringer. Nicht nur, dass diese Tiere den Wechsel zwischen Süß- und Salzwasser tadellos verkraften, zeigen sie auch noch eine stark amphibische Lebensweise: Sie verlassen das nasse Element und verbringen einen Großteil des Tages an Land - allerdings immer in unmittelbarer Nähe des Wassers.
Ihre Haut trägt eine Art "Hornschicht", die den Fisch vor dem Austrocknen bewahrt.  Wenn sie an Land sind, nehmen die Schlammspringer den lebensnotwendigen Sauerstoff nicht über die Kiemen, sondern über die Haut und die gut durchblutete Kiemen- und die Mundhöhle auf. So gerüstet können diese Fische nahezu eine Stunde außerhalb des Wassers bleiben. Ihre kräftigen Brustflossen sind armartig verlängert wodurch sie sich sehr geschickt am Trockenen fortbewegen können. Da sie mit ihren hervorstehenden Augen nicht nur unter Wasser sondern auch an Land scharf sehen können, sind sie an ihre amphibische Lebensweise hervorragend angepasst.

Pfeilschwanzkrebse sind ungewöhnlichen Tiere, die optisch ein bisschen an unseren heimischen Urzeitkrebs Triops erinnern, jedoch viel größer sind und  gehören systematisch gesehen in eine Tiergruppe, die man wohl kaum mit Wasser und Meer in Verbindung bringen würde: den Spinnentieren (zu sehen sind sie im 2. Stock).
Pfeilschwanzkrebse bewohnen in drei Gattungen die Küstengebiete Nordamerikas und Südostasiens. Die gezeigte Art aus der Gattung Limulus stammt aus Nordamerika. Zur Paarungs- und Laichzeit versammeln sie sich zu Tausenden an den Flachwasserküsten, wo man sie sehr gut beobachten kann. Sie besitzen einen dreiteiligen Körper, wobei der hinterste Teil, der Schwanzstachel nicht zur Verteidigung dient. Das Tier verwendet ihn in erster Linie als Hilfsmittel beim Umdrehen, Eingraben, bei der Häutung und auf der Flucht.
Pfeilschwanzkrebse sind urtümliche Tiere, die sich seit 360 Millionen Jahren nicht verändert haben. Sie gelten als Schulbeispiel für eine langsame Evolution und werden daher als „Lebende Fossilien“ bezeichnet.

Vieraugenfische sind Oberflächenfische, bei denen das Auge durch eine quer liegende Scheidewand in zwei Hälften geteilt ist, so dass das Tier gleichzeitig über und unter Wasser scharf sehen kann. Somit hat auch dieses Tier nur zwei Augen, allerdings stark modifiziert. Vieraugenfische leben an den Küsten Mittel- und Südamerikas, wo sie Schlammböden im extremen Flachwasser abweiden.
Hier helfen ihnen die seltsamen Augen um einerseits nach Feinden aus der Luft Ausschau halten zu können, und andererseits auf dem Schlamm die Beläge präzise abgrasen zu können. Vieraugenfische sind lebendgebärend. Die Männchen besitzen ein Fortpflanzungsorgan mit dem sie ihr Sperma in die Weibchen einbringen. Die Jungfische sind bei der Geburt schon weit über zwei Zentimeter lang und vollkommen selbständig.

Bei den im großen Wasserteil untergebrachten Schildkröten handelt es sich größtenteils um verschiedene Sumpfschildkröten.

Zwei der bei uns gezeigten Landschildkröten, nämlich die Köhlerschildkröte und die Waldschildkröte leben nicht nur in unserem Tropenhaus zusammen, sondern kommen auch auf ihrem Herkunftskontinent, in Südamerika, gemeinsam vor. Die beiden Arten erreichen eine Panzerlänge von etwa 50cm. Im Gegensatz zu den hierzulande gerne gepflegten Griechischen und Maurischen Landschildkröten handelt es sich bei Köhler- und Waldschildkröten nicht um reine Vegetarier. Sie lieben Mischkost und verzehren auch ganz gerne diverse Insekten u.ä.

Alle bei uns untergebrachten Vögel können sich im Tropenhaus frei bewegen. Dabei könnte es natürlich einmal sein, dass Sie versehentlich "beschwatzt" werden. Normalerweise halten sich die Vögel nicht über den Besucherwegen auf, aber sollte es dennoch einmal passieren, dass Sie das "Glück" von oben trifft, möchten wir uns hiermit dafür entschuldigen. Aber wenn man Tier und Mensch wirklich auf erlebbare Distanz ohne Barrieren, so wie eben in freier Natur, zusammenbringen will, dann kann eben auch das Natürlichste auf der Welt passieren.
Zu den schönsten und farbenprächtigsten Vögeln unseres Tropenhauses zählen neben Feuerwebervögeln und Reisfinken sicherlich die Glanzstare. Man kann sie leicht am metallisch glänzenden Gefieder erkennen. Der Amethystglanzstar trägt im männlichen Geschlecht ein edles Dunkelviolett zur Schau, Dreifarbenglanzstare dagegen sind in beiden Geschlechtern knallbunt gefärbt. Ihre Heimat ist Afrika. In freier Natur zeigen manche von ihnen ein ganz eigenartiges Verhalten: Sie setzen sich Ameisen ins Gefieder, wobei sie sich richtig aufplustern. Dieses als "Einemsen" bezeichnete Verhalten dient möglicherweise dazu, Parasiten durch die abgegebene Ameisensäure zu vertreiben.

Hühnervögel sind im Tropenhaus in mehreren Arten anzutreffen. Während die emsigen Straußwachteln oft zwischen den Besucherbeinen herumlaufen, sitzen die majestätischen Blaukehlguane oft auf den hölzernen Handläufen. Wenn man ruhig vorbei geht, bleiben sie in der Regel auch genau dort sitzen, wobei viele Besucher das entfernt an Geier erinnernde Aussehen des stattlichen, aber überaus friedlichen Huhnes davor abschrecken mag.

Der auffälligste Vogel im Tropenhaus aber ist unsere „Lore“, eine Gelbstirnamazone, die quasi von der ersten Stunde an zu den Bewohnern des Tropenhauses gehört. Ihr markerschütterndes Geschrei und ihre Pfiffe sind wohl jedem Besucher bald vertraut.

In unserem Tropenhaus laufen Weißbüscheläffchen frei herum.

Nochmals unser Ersuchen: Bitte füttern Sie diese Tiere nicht! Die Tiere könnten ansonst schwer erkranken!


Sie erhalten von uns das für sie geeignete Futter und das natürlich auch in ausreichender Menge. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie auch nicht versuchen so ein Tier zu berühren oder gar zu fangen!

Die hauptsächlich in Ostbrasilien verbreiteten Weißbüscheläffchen ernähren sich vor allem von Früchten und Insekten, schätzen es aber auch sehr, Pflanzensäfte zu saugen. Die etwa 20 bis 25cm groß werdenden Tiere sind ausgezeichnete Kletterer und halten sich eigentlich auch nur im Gewirr der Äste auf. Selten, dass einer von ihnen über den Boden läuft.

Besonders nett ist es, wenn man zwei solcher Tiere bei der gegenseitigen Körperpflege, dem sogenannten "Grooming", beobachten kann: Ein Affe durchkämmt dabei mit seinen krallenartigen Nägeln das Haarkleid des anderen. Werden irgendwelche Partikel oder gar Parasiten gefunden, so werden diese mit den Zähnen entfernt.

Zoologisch betrachtet ist es zwar nicht ganz richtig, aber vereinfacht ausgedrückt könnte man Flughunde als früchtefressende Fledermäuse bezeichnen. Sie sind dämmerungs- bzw. nachtaktiv und hängen tagsüber meist an dunklen Versteckplätzen herum. Unsere Nil-Flughunde werden bis 15cm groß und erreichen eine Spannweite von 40cm. Darüber hinaus werden sie über 20 Jahre alt. Sie sind in Afrika weit verbreitet, aber auch auf Zypern, in der Türkei und auf der arabischen Halbinsel anzutreffen.

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Öffnungszeiten

Täglich, 365 Tage im Jahr!

Montag - Sonntag: 09:00h bis 18:00h

Donnerstag: 09:00h bis 21:00h

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