24.11.2017 04:41 | https://www.haus-des-meeres.at/de/Unsere-Tiere/Zootiere/Tropische-Meerestiere.htm
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Tropische Meerestiere

Die bunte Welt der Korallenfische ist sicher einer der Höhepunkte dieses Zoos. Bizarre, bunte Körper, manche mit giftigen Stacheln versehen, und eigenwillige Schwimmtechniken sind die Hauptmerkmale dieser Tiergruppe. Eines aber ist  allen gemeinsam - ihr Lebensraum, das Korallenriff. 
Riffbildende Korallen gibt es nur in warmen Meeren. Dadurch ist die Verbreitung der Korallenriffe auf eine begrenzten Zone beiderseits des Äquators beschränkt, innerhalb derer die Wassertemperatur nie unter 20°C sinkt. 

Erzeugt werden diese Riffe von Korallenpolypen - winzigen Blumentieren mit einer sehr einfachen Anatomie: Um einen sackförmigen, hohlen Körper steht ein Ring von Fangarmen; diese Einzeltiere scheiden ein Kalkskelett ab. Ein Korallenstock besteht oft aus tausenden Polypen, und er wächst nur wenige Zentimeter pro Jahr. Etliche Jahrhunderte und viele Tierarten sind für die Entstehung eines Riffes notwendig. Bei genauerem Betrachten der auch zu den Blumentieren gehörenden Krustenanemonen kann man die Einzeltiere erkennen - durch die kurzen, mit giftigen Nesselzellen besetzten Fangarme sehen die Polypen aus wie kleine Blüten. 
Am Korallenriff gibt es einen Artenreichtum an Fischen wie in kaum einem anderen Lebensraum der Erde. Die deutschen Namen nehmen meist Bezug auf ihr Äußeres oder auf die Biologie dieser Tiere. Falterfische, auch Schmetterlingsfische genannt, erinnern durch ihre Farbenpracht an die bunten Tagfalter. Kofferfische ähneln durch ihre viereckige Gestalt ihren Namensgebern.

Clownfische sind im Laufe der Evolution eine Lebensgemeinschaft mit Nesseltieren eingegangen. Die am Fisch haftende Schleimschicht verhindert, dass die Anemone ihre Nesselkapseln abschießt und so zu Verbrennungen führt. Diese Anemonenfisch finden zwischen den Tentakeln perfekten Schutz vor Feinden. Jeder Räuber, der ihm in die Anemone nachstellt, würde sich in dem Nesseltier verbrennen. 
Aber auch die Anemone profitiert von ihrem Bewohner. Dieser verteidigt nämlich sein Nesseltier gegen Fressfeinde wie den Falterfisch. 
Anemonenfische leben oft in kleinen Schwärmen in ihrem Nesseltier. Die Anführerin ist ein Weibchen, das sich einen Männerharem hält. Ihr in der Rangordnung folgend sind 3-10 Männchen. Stirbt das Weibchen, so kann sich das ranghöchste Männchen innerhalb kurzer Zeit zum Weibchen umwandeln - die Nr. 2 wird dann zur Nr. 1. Diese Fische sind von Natur aus mit beiden Geschlechtsanlagen ausgestattet!

Doktorfische haben ihren Namen wegen zweier skalpellartiger Fortsätze, die bei innerartlichen Kämpfen benutzt werden. Eigentlich sollten sie präziser "Chirurgenfische" genannt werden.

Drückerfische haben eine besonders geformte erste Rückenflosse, den sogenannten Drücker. Er besteht aus sehr dicken Flossenstrahlen und dient zum Verklemmen in Löchern. Dadurch ist es für Feinde unmöglich, sie aus ihren Schlupfwinkeln zu zerren.

Wohl zu den giftigsten Meeresbewohnern zählen Steinfische und Rotfeuerfische. Liegen Steinfische üblicherweise gut getarnt am Boden oder in kleinen Höhlen, so sind Rotfeuerfische lebhaft gefärbt. Stiche mit den spitzen Flossenstacheln sind äußerst schmerzhaft und verlaufen manchmal sogar tödlich.

Seepferdchen sind nicht nur wegen ihrer für Fische unüblichen Gestalt sehr interessante Aquarienbewohner - sie besitzen auch eine für Fische ausgefallene Art der Fortpflanzung: Das Weibchen legt die Eier in eine am Bauch des Männchens gelegene Bruttasche und die gesamte weitere Brutfürsorge übernimmt der Vater. Er schwimmt mehrere Wochen mit einem dicken Bauch herum in dem die Fischembryos von einer richtigen Plazenta ernährt werden. Und bei der Geburt werden dann hunderte Junge mit erkennbaren Wehen ins Wasser ausgestoßen. 
Die Schwimmtechnik der Fischarten hängt mit ihrem Lebensraum zusammen. Arten, die das freie Wasser bevorzugen, schwimmen mit Bewegung des Hinterkörpers, wie z.B. die Haie - eine Fortbewegungsweise, die für schnellen Vortrieb auf längere Distanzen ausgelegt ist. Fische die auf Wendigkeit setzen, sind damit allerdings nicht gut bedient. 
Arten die geschickt zwischen Korallenästen manövrieren, und schnell ihre Richtung ändern, schwimmen entweder mit den Brustflossen, wie z.B. die Doktorfische, oder mit der Rücken- und der Analflosse wie die Drückerfische. Kugelfische kombinieren den Schlag dieser drei Flossen für ihren Vortrieb. 
Die Schwanzflosse dient bei diesen Fischgruppen nur mehr der Steuerung.  Beobachten Sie die Arten, Sie werden erstaunt sein, welche Schwimmkünstler sich unter ihnen befinden. 
Am Fuße der Korallenriffe erstrecken sich Sandböden, die von grabenden Tieren bewohnt werden. Nur wenige Fischarten sind in der Lage Grabbauten im Sand anzulegen, unter diesen sind die in großen Kolonien lebenden Röhrenaale besonders auffällig. Im Haus des Meeres ist so eine Röhrenaalkolonie zu sehen, hier haben die Tiere ihre natürliche Scheu verloren und können beim Planktonfressen beobachten werden.

Haie: Von den 400 Haiarten, die in den Ozeanen der Welt leben, können einige auch im Haus des Meeres bewunder werden. Der im Mittelmeer beheimatete Katzenhai, der im Indopazifik vorkommende Schwarzspitzenhai oder der atlantische Hammerhai sind nur drei Beispiele dafür. 
Mit den  Rochen nahe verwandt, zählen sie zu den  Knorpelfischen. Sie besitzen kein Knochenskelett - das einzige Knochenmaterial befindet sich in den Zähnen. 
Abhängig von der bevorzugten Nahrung hat jede Haiart besondere Zahntypen. Diverse Gebisse können in einer Vitrine im Erdgeschoß bewundert werden. Zwei Grundzahntypen lassen sich im Haigebiss unterscheiden: spitze, ungezähnte Fangzähne und dreieckige, an den Seitenrändern gezähnte Beißzähne: Erstere dienen zum Festhalten der Beute, zweitere zum Heraussägen von Stücken. Sehr oft sind die beiden Typen im Haikiefer kombiniert: die Unterkieferzähne zum Festhalten und die Oberkieferzähne zum Herausbeißen. 
Haienzähne wachsen ständig nach - man spricht von einem sogenannten "Revolvergebiß", da hinter den gerade benutzten Zahnreihen schon weitere in Reserve liegen. Außerdem besitzen Haie auch in der Haut kleine Zähne. Daher fühlt sich Haihaut beim Berühren rauh und nicht, wie bei anderen Fischen üblich, glitschig an. Dem Hai selbst bringen diese Hautzähne beim Schwimmen hydrodynamische Vorteile. Sie verringern den  Wasserwiderstand durch eine Kanalisierung von Verwirbelungen, die an einer glatten Körperoberfläche entstehen würden.

Tiefe Einblicke - im wahrsten Sinne des Wortes gewährt das neue Tiefsee-Aquarium im Haus des Meeres - 5. Stock.

Die Tiefsee, eine scheinbar lebensfeindliche Zone des Meeres, in der es dunkel ist, großer Druck herrscht und die Temperaturen eisig sind, wird trotzdem von zahlreichen Tieren besiedelt. Ein neues Aquarium im Haus des Meeres soll nun Einblick in eine bizarre Organismenwelt gewähren, die in einigen hundert Metern in der Japanischen Tiefsee lebt und verschiedene Spezialanpassungen besitzt. 

Da es in dieser Tiefe kaum Licht und damit keine Pflanzen gibt, leben dort hauptsächlich Räuber und Aasfresser. Gerade für kleinere Tiere ist es daher notwendig sich zu schützen. Die Stachelschwein-Krabbe zum Beispiel löst dieses Problem - wie der Namen vermuten lässt - durch zahlreiche Stacheln am Körper.

Tannenzapfenfische besitzen große Augen - ebenfalls eine Anpassung an das Leben in der Finsternis. Ihr Körper ist zum Schutz vor Fressfeinden mit bestachelten, zu einem Panzer verwachsenen Schuppen bedeckt. Am Unterkiefer tragen sie zwei Leuchtorgane, die mit Hilfe von Bakterien Licht erzeugen. Biolumineszenz wird dieses bei Tiefseebewohnern häufige Phänomen genannt. Der Japanische Tannenzapfenfisch lockt damit Garnelen an, die er dann verspeist. Die Fische erreichen etwa zwölf bis fünfzehn Zentimeter Länge und leben in kleinen Gruppen.

Die Stars dieses europaweit einzigartigen Aquariums sind jedoch die Japanischen Riesen-Seespinnen. Es handelt sich um die größte lebende Krebsart, nicht um Spinnen! Lediglich die langen, schlanken Beine, die an Spinnen erinnern, sind für diesen Namen verantwortlich. Die Japanische Riesen-Seespinne erreicht ein Gewicht zwischen 10 und 20 Kilogramm. Unsere Tiere haben Spannweiten von über 1m, wobei die männlichen Tiere größer sind als die weiblichen. Es sind Allesfresser, sie vertilgen Aas, Pflanzenreste aber auch Schnecken oder Muscheln, deren Schalen sie öffnen, um an das Fleisch zu gelangen.

Das Haus des Meeres möchte dieses Aquarium in dankbarer Anerkennung für seine Verdienste um das Haus des Meeres dem ehemaligen Präsidenten Dr. Fritz Hartel widmen.

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