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Neue Fischart entdeckt und unbeschriebene wiedergefunden2016-05-12

Die mittlerweile schon jährlich stattfindenden Forschungsreisen des Haus des Meeres nach Mexiko waren von Anfang an ein Garant für Neufunde oder Wiederentdeckungen von ausgestorben geglaubten Fischen. War es 2014 Meeks Kärpfling, der nach einigen Jahren der Absenz wieder gefunden werden konnte, und 2015  die Wiederentdeckung eines seit zehn Jahren vermissten Ährenfisches, so stellte die heurige Reise alles Bisherige in den Schatten.

Bei der mit Beteiligung mexikanischer Studenten und einer internationalen Expertengruppe durchgeführten Reise konnte neben der Entdeckung einer der Wissenschaft unbekannten Art ein Fisch wiedergefunden werden, der vielfach dem Vielschuppigen Grundkärpfling zugerechnet wird. Er gehört aber vermutlich einer weiteren, auch noch unbeschriebenen Art an.




Links: wieder gefundene Fischart; rechts: neu entdeckte Art

Die neue Art wurde auf einem Privatgrundstück entdeckt, auf dem sich eine nur knapp 50 m² große Quelle befindet. Der Besitzer hatte von diesen kleinen Fischen niemals Notiz genommen und war mehr als überrascht, dass sich auf seinem Besitz eine vermutlich neue Art befindet. Weiters konnte auf dieser Reise eine noch unbeschriebene, aber der Wissenschaft bekannte Art nach knapp sechzehn Jahren wiedergefunden werden. Dazu Michael Köck, der im Haus des Meeres als Kurator tätig ist und diese Reise organisierte: „Dieser Fisch verschwand um das Jahr 2000 aus seinen angestammten Lebensräumen, zwei kleinen Flüssen in Jalisco und konnte bei sechs intensiv durchgeführten Forschungsreisen nicht wieder entdeckt werden. Dabei wurden beide Flüsse immer von der Quelle bis zur Mündung in die Hauptflüsse abgesucht, jedes Mal vergeblich. Letztendlich musste man akzeptieren, dass die Fischart aus der Natur verschwunden war. Umso erstaunlicher war es, als wir in beiden Flüssen Tiere dieser Art wieder finden konnten. Ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man plötzlich diesen Fisch sieht, von dem man annahm, dass er wohl nur mehr in Aquarien zu finden sei. Die Begeisterung bei den Experten und den Studenten war unglaublich!“




Links: Forscherteam in Mexiko; rechts Biotop der neu entdeckten Fischart

Was es diesen noch unbeschriebenen Fischen ermöglicht hatte, die mehrmalige Austrocknung der Flüsse unbeschadet zu überdauern und wie sie es geschafft hatten, die Wissenschaft so lange Zeit zu narren, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Übrigens ist dieser Fisch der nächste Verwandte des Vielschuppigen Grundkärpflings, jener Fischart, die 2012 als der seltenste Fisch der Welt bekannt wurde. Mittlerweile ist der Weltbestand dieser Art durch die Zuchtaktivität des Haus des Meeres von acht auf über einhundert Tiere angewachsen!

Fotos: Michael Köck, Fabien Liberge

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