20.04.2018 10:31 | https://www.haus-des-meeres.at/de/Geschichte/iHistoryId__453.htm
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Turmmuseum offen!

Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen*)

Warum befasst sich ein Zoo mit der Geschichte eines Flakturms und stellt, trotz eklatanten Platzmangels, entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung?

Diese Frage gewinnt an zusätzlicher Berechtigung, wenn man weiß, dass bereits externe Flächen wie z.B. der Tiefbunker im Park angemietet werden mussten! Die Antwort ist trotzdem einfach – es handelt sich nämlich um „unseren“ Flakturm, der seit 56 Jahren das erste Seewasseraquarium Österreichs beherbergt und als einziger der 6 Türme Wiens zur Gänze ausgebaut wurde und ganzjährig zugänglich ist – seit Kurzem inklusive Dach.

Zugegeben, am Anfang war uns nur wichtig einen möglichst robusten und salzwasserfesten Platz für unsere Aquarien zu finden, aber mit den Jahren wurde auch die Beschäftigung mit dem Gebäude und seiner Vergangenheit immer intensiver. Wir empfanden mehr und mehr die Verpflichtung, die spärlichen Beschriftungsreste an alten Mauern zu erhalten und mit zunächst 22 großen Bildtafeln zu informieren. Als wir dann – nach jahrelangen Bemühungen – auch die Mietrechte für das Dachgeschoss zurückbekommen hatten, „fanden“ wir schließlich auch einen Raum, der aufgrund seiner Raumhöhe als „Museum“ geeignet war.

Die Devise für die erste Ausstellung war bald gefunden, sie lautete „ERINNERN IM INNERN“. Damit wollten wir zum Ausdruck bringen, dass trotz aller Bemühungen, dem Zoo eine adäquate und sichere Außenfassade zu verschaffen, nicht die Absicht besteht, die Vergangenheit des Gebäudes zu verdrängen. Im Gegenteil, wer diese Devise nicht nur auf sich selbst sondern auch auf das Gebäude beziehen möchte, sollte die Möglichkeit - an diesem speziellen Ort - bekommen.

Ein besonderes Anliegen war uns auch die Information der Schüler und Jugendlichen, die erstaunlich wenig über die „dunkle Zeit“ wussten und denen meistens gar nicht bewusst war, welche Funktion das Gebäude früher hatte. Wir begannen also, gemeinsam mit Herrn Dr. Marcello La Speranza, den wir als kompetenten Historiker beigezogen hatten, Führungen zu veranstalten. Dabei wurden auch Original Wochenschauberichte, von Herrn Manfred Christ zu einem Kurzfilm arrangiert, gezeigt, sowie originale Radiotonaufnahmen wiedergegeben und erklärt.

Nachteilig wirkte sich aus, dass die Räumlichkeiten nur über eine behördlich eigentlich gar nicht zugelassene, steile Treppe zugänglich waren und wir nur kleine, geführte Gruppen zulassen durften – aber es war ein Anfang! Als im Vorjahr unsere behördlicherseits mehrmals reduzierten Ausbaupläne für den Dachbereich endlich Gestalt annahmen, gab es heftige interne Diskussionen darüber, ob die Erhaltung des Museums aufgrund des eklatanten Platzmangels überhaupt sinnvoll wäre. Das Ergebnis lautete schließlich, dass wir es nicht nur erhalten, sondern durch einen Zubau sogar vergrößern werden.

Am 5.11.2013 – exakt 70 Jahre nach Baubeginn des ehemaligen Flakturms – eröffnen wir nun diesen erweiterten Bereich erneut und unter ganz anderen Voraussetzungen als beim ersten Mal. Die steile Treppe wurde umgebaut, ein zusätzliches Stiegenhaus und vor allem ein Aufzug eingebaut. „Alt“ mit nötigen Korrekturen sind geblieben: Die Terrasse im 9. Stock mit den weithin bekannten „Ohrwascheln“, die begradigte Treppe – wo nur die Stufen selbst adaptiert wurden -, der Zugang zum Museum - der nunmehr durch den Zubau mit vielen Exponaten führt - und der ehemalige Kommandoraum selbst. Das wesentliche Anliegen, alles was möglich war im Originalzustand zu erhalten, konnte somit realisiert werden. 

Unsere Zoo Guides erhielten spezielle Historik Schulungen um ab 6.11.13 täglich fix um 11.00 Uhr und um 16.00 Uhr durch den beschriebenen Museumsbereich zu führen. Entsprechend dem Bedarf oder gegen Voranmeldung sind ganztägig weitere Termine möglich. Auch der Museumskurator Dr. Marcello La Speranza wird sich dabei dankenswerter Weise unentgeltlich einbringen.

Dass die Finanzierung ohne Steuergelder und ohne Sponsoren möglich war, ist der sparsamen Gestion der Geschäftsführer des Hauses und den Verantwortlichen der gemeinnützig agierenden Privatstiftung zu danken, die auch gemeinsam für den Bankkredit haften.

Abschließend darf noch darauf hingewiesen werden, dass auch die 22 Wandtafeln im Bereich der Nebenstiege vom 1. bis zum 3. Stock erhalten bleiben und

dass für diese wesentliche Erweiterung unseres Angebotes keinerlei zusätzlichen Gebühren verlangt werden.

 

 

 

 *) Sinngemässe Wiedergabe des Zitats von George Santayana

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Montag - Sonntag: 09:00h bis 18:00h

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