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08.12.2021 10:46 | https://www.haus-des-meeres.at/de/Geschichte/iHistoryId__628.htm
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Wieder ein Riesenaquarium

Am 22.9.2021 wurde nach vielen Problemen und Verzögerungen ein weiteres Großprojekt endlich erfolgreich abgeschlossen. Im 7. Stock des gläsernen Zubaus befindet sich nun ein imposantes Aquarium mit einer Wasseroberfläche von 120 m2 und einem Fassungsvermögen von 400.000 Litern. Gesamtgewicht 500 Tonnen im 7. Stock – eine Meisterleistung des HDM Teams!

Wie kam es dazu, dass nach dem zweigeschossigen 300.000 Liter Haibecken im 4. und 5. Stock, dem Hammerhaibecken im ehemaligen Radarschacht mit 150.000 Litern, dem Prof. Dr. Jörg Ott gewidmeten 520.000 Liter fassenden „Atlantik Tunnel“ im Parterre mit Hundshaien, Rochen und Fischschwärmen nun ein weiteres Großaquarium entstanden ist und welche Maßnahmen dafür erforderlich waren.

Begonnen haben die Gespräche bereits 2017 als wir im Team zunächst in groben Zügen festgelegt haben, welche Attraktionen im Zubau entstehen sollten.

Die Erweiterung vom Ocean Sky auf der Dachterrasse war von Anfang an klar. Gleiches gilt für die Schaffung eines weiteren Veranstaltungs-saals für 140 Personen im 10. Stock

Zur Diskussion standen ferner die Unterbringung der Kattas aus der Familie der Lemuren, jene der Aldabra Riesenschildkröten und der inzwischen recht groß gewordenen Komodowarane. Alle diese Bereiche einschließlich eines Freigeheges wurden inzwischen im 9. Stock errichtet und bezogen. 

Ebenfalls im 9. Stock sollte in der inzwischen eingeglasten und damit ganzjährig genützten Terrasse ein 300 m2 Australienbiotop mit Freibereichen in den eingezäunten „Ohrwaschln“ entstehen.

Auch hier kam es zu langen, unerfreulichen Diskussionen mit einer Magistratsabteilung, die zu großen Verzögerungen führte. Die Eröffnung ist nach der „Coronapause“ nun doch noch in diesem Jahr vorgesehen.

Der 8. Stock soll den Übergang von Süß- auf Seewasser zeigen, wobei im mittleren Brackwasserbereich Mangrovenbäume vorgesehen sind.

Bevor ich nun ausführlich auf den 7. Stock eingehe, verweise ich noch auf den inzwischen temporär gestalteten 6. Stock mit der bereits beschriebenen Meeresausstellung „Wir und das Meer“. Für später sind hier die neuen Terrarien für die Schlangen, Warane und Echsen geplant.

Im 5. Stock befinden sich nunmehr die Büroräume und im 4. Stock wurde das Sharky erweitert. Letzten Endes wird der Krokipark in den Stockwerken 3 und 2 erweitert und mit Terrarien ausgestattet.

Schon 2017 stand fest, dass das HAUS DES MEERES im 7. Stock wieder Meerestiere zeigen wird. Allerdings gab es intensive interne Gespräche über die Gestaltung des neuen Bereiches.

Die beiden Geschäftsführer Dr. Michael Mitic und Hans Köppen votierten für ein großes Aquarium. Angeblich sind unsere Gäste nurmehr an Riesenbecken und nicht mehr an kleineren Einheiten, wo man die Vielfalt und die Schönheiten der Meerestiere viel anschaulicher zeigen kann, interessiert. Nun, ich war zunächst eher ein Verfechter diese Darstellungsform.

Einem Argument konnte ich mich jedoch nicht widersetzen. Er waren die Bedenken, dass früher oder später eine Generalsanierung des über zwei Geschosse reichenden Haibeckens erforderlich wird und wir dem rechtzeitig Rechnung tragen müssen!

Der erste Kompromiss beinhaltete, dass wir mit kleineren Aquarien warten bis die Reptilien übersiedelt sind. Der freiwerdende Platz ist danach für eine Erweiterung der Mittelmeerabteilung vorgesehen, wo in kleineren Einheiten wieder spezielle und fast schon ausgestorbene Kleinlebewesen Einzug halten sollen.

Danach stellte sich die Frage, in welcher Weise ein Großaquarium zu planen wäre. Die Bodenbelastung von 3,5 Tonnen pro m2stand bereits fest und bedeutete eine mögliche Verbauung von einer halbe Million Kilo, natürlich inklusive Wasser.

Schon bei der Planung des Zubaus bin ich für eine Glasfassade eingetreten, damit die Gäste ungehindert von allen 3 Anbauseiten die Stadt bewundern können. Nun, leider konnte dieser Plan aus thermischen Gründen nur bedingt umgesetzt werden.

Daher schlug ich vor, zumindest das künftige Aquarium rundherum begehbar und auch von außen sichtbar zu gestalten. Eine weitere Idee war, ein Aquarium nur aus Plexiglas ohne Rahmen bauen zu lassen. Da Zoodirektor Dr. Michael Mitic darauf drängte, den Haien vom 5. Stock mehr Schwimmfläche zu geben, sollte es auch keine Ecken, sondern einen abgerundeten, ovalen Glaskörper geben.

Durch die meergerechte Verbauung dreier durchgehender Säulen und vor allem den Einstieg vom 8. Stock in das Aquarium wurde einerseits die Schwimmfläche reduziert und der rückwärtige Riffbereich für kleinere Korallenfische sogar mit perforiertem Plexiglas abgeteilt. Es sollte unbedingt vermieden werden, dass die noch wachsenden Haie in diesem engeren Bereich nicht „die Kurve kriegen“. Für die kleineren Fische gibt es hingegen etliche Möglichkeiten durchzuschwimmen.      

Noch während der Bauphase wurden die zwei langen, gut verpackten Glaselemente auf den Boden des noch nicht verglasten 7. Stock gebracht und an der Bunkerwand fixiert. Eine Einbringung nach Errichtung der Glasfassade wäre praktisch kaum möglich gewesen. Die runden vier runden Teile wurden erst später angeliefert.

Nachdem die Fassade geschlossen und die erforderliche Raumtemperatur hergestellt wurde, begann die Zusammenführung der Teile, die Polymerisation. Danach erfolgte die Absenkung in einen „Stahlschuh“, der zum Schluss ein Gegenstück an der Decke bekam. Das Aquarium steht vollkommen frei im Raum!

Nachdem auch das geschafft war, musste noch die Technik unter-gebracht werden. Da rund um das Aquarium möglichst viel Platz für die Gäste frei bleiben sollte, kamen die massiven Sandfilter ebenfalls in den 8. Stock. Nur der ebenfalls übergroße Eiweißabscheider fand ausreichend Platz und Höhe in einem Nebenraum.

Schwierig zu lösen war auch der Wunsch von Vizedirektor Dr. Daniel Abed-Navandi, keinen Abfluss nach unten, sondern nur nach oben vorzusehen. Seine berechtigten Bedenken waren, dass dieser Beckenabfluss einmal undicht werden könnte, worauf die halbe Million Liter Salzwasser vom 7. Stock abwärts alles überfluten und zerstören könnte, ganz zu schweigen vom Tod der Fische. Die Lösung war – wie erwähnt – die Einbeziehung des darüberliegenden Stockwerkes.

Die Gesamtkosten beliefen sich schließlich auf rund 3 Millionen Euro und das in einer Zeit, wo wir coronabedingt keine Einnahmen hatten und mit den Restkrediten natürlich vor allem die Personal- und Betriebskosten vorfinanzierten bzw. abdecken mussten.

Der Geschäftsführer der Betriebs GmbH Hans Köppen, der mit seinem Team für die Errichtung des Aquariums zuständig war, freute sich schließlich über eine Zuwendung der Stadt Wien in Höhe von € 300.000. Der ersten seit der Subventionseinstellung im Jahre 2010.

Er war es auch, der u.a. für dafür gesorgt hat, dass die morgendliche, starke Sonneneinstrahlung durch eine dunkle, jedoch transparente Abschirmung eine zu große Spiegelung verhindert.

Das Häusermeer von Wien bleibt mit Blick durch das Aquarium jedoch wunderbar zu sehen!

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