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06.05.2026

Haus des Meeres feiert bedeutenden Forschungserfolg bei Madagaskar-Expedition

Das Haus des Meeres blickt mit großer Freude auf eine außergewöhnlich erfolgreiche Forschungsreise nach Madagaskar zurück: Anfang März reiste ein Team des Haus des Meeres in ein bislang kaum erforschtes Waldgebiet im Norden Madagaskars, um gezielt nach Fröschen, Geckos, Schlangen und Chamäleons zu suchen. Das Ergebnis ist überraschend: Gleich mehrere bislang unbekannte Arten konnten entdeckt werden und warten nun auf ihre wissenschaftliche Erstbeschreibung.

Für Direktor Jeff Schreiner ist die Expedition ein eindrucksvoller Beleg dafür, welchen wichtigen Beitrag moderne und wissenschaftlich geführte Zoos mittlerweile für Forschung und Artenschutz leisten: „Die Ergebnisse unterstreichen einmal mehr die herausragende Rolle Madagaskars als globaler Hotspot der Biodiversität. Gleichzeitig machen sie deutlich, wie viele Arten und ökologische Zusammenhänge in diesen einzigartigen Lebensräumen noch unerforscht sind – und wie dringend ihr Schutz ist.“

Neben den Neuentdeckungen sammelte das Team in enger Zusammenarbeit mit der Zoologischen Staatssammlung München, madagassischen Naturschützern sowie Studierenden der Universität Antananarivo aber auch weitere wertvolle Daten für zukünftige Natur- und Artenschutzprojekte. Timon Glaw, Mitarbeiter des Haus des Meeres, betont die große Bedeutung solcher Forschungsarbeiten: „Der erste Schritt für effektiven Artenschutz ist das wissenschaftliche Erkennen und Benennen von neuen Arten und die Dokumentation ihrer Verbreitung und ihrer Lebensräume. Nur auf Basis verlässlicher Daten lassen sich Schutzmaßnahmen gezielt planen, priorisieren und umsetzen. Genau deshalb sind die in den letzten Wochen gesammelten Informationen so unglaublich wertvoll.“

Die gewonnenen Daten werden unter anderem von der Weltnaturschutzunion IUCN zur Bewertung des Bedrohungsstatus einzelner Arten herangezogen und fließen in die Entwicklung konkreter Schutzmaßnahmen ein. Auch die Ausweisung und Weiterentwicklung von Schutzgebieten kann so wissenschaftlich fundiert unterstützt werden.

Madagaskar zählt zu den artenreichsten Regionen der Erde. Aufgrund seiner isolierten Lage im Indischen Ozean ist ein Großteil der dort vorkommenden Arten endemisch und kommt ausschließlich auf der Insel vor. Diese außergewöhnliche Biodiversität ist jedoch stark bedroht: Abholzung und Brandrodung haben in den vergangenen Jahrzehnten große Teile der Wälder zerstört. Viele Arten sind heute auf kleinste, oft isolierte Lebensräume beschränkt – teilweise auf Flächen, die kleiner sind als der Wiener Prater.

Gleichzeitig bieten gerade diese schwer zugänglichen Regionen wichtige Rückzugsräume. Insbesondere isolierte Berggebiete spielen eine zentrale Rolle für den langfristigen Erhalt der einzigartigen Tierwelt Madagaskars. Bereits heute sind landesweit über 100 Schutzgebiete ausgewiesen.

Jeff Schreiner betont abschließend die langfristige Bedeutung dieses Erfolgs: „Jede neue Erkenntnis, jede dokumentierte Art und jede mögliche Neuentdeckung trägt unmittelbar dazu bei, Schutzmaßnahmen für die Wälder Madagaskars gezielter und wirksamer zu machen. Unsere Forschung leistet damit einen konkreten Beitrag dazu, diese einzigartigen Lebensräume langfristig zu bewahren.“

Die artenreichen Wälder im Norden Madagaskars war
Die artenreichen Wälder im Norden Madagaskars waren das Ziel der Haus des Meeres-Forschungsreise.
Ein Weißlippen-Madagaskarruderfrosch (Boophis alb
Ein Weißlippen-Madagaskarruderfrosch (Boophis albilabris) und ein Chamäleon (Calumma nasutum) (Bild darunter) wurden in bislang kaum erforschten Waldgebieten fotografisch dokumentiert.
Das Mikro-Chamäleon ist eines der kleinsten Landw
Das Mikro-Chamäleon ist eines der kleinsten Landwirbeltiere der Welt. Die Art ist bisher nur von einer kleinen Insel im Norden Madagaskar bekannt und konnte erfolgreich nachgewiesen werden.