Artenschutz beginnt vor der eigenen Haustüre! In diesem Sinne wurden an der Außenfassade des Haus des Meeres neue Fledermausquartiere installiert. Sie sollen heimischen und streng geschützten Fledermäusen künftig als dringend benötigte Rückzugsorte dienen. 10 der insgesamt 22 Arten in Wien profitieren von den neu geschaffenen Schlafplätzen. Initiiert wurde das Projekt vom Naturschutzbund Wien, der gemeinsam mit dem Haus des Meeres, der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem Lainzer Tiergarten innovative Maßnahmen zum Schutz der heimischen Fledermausfauna umsetzt.
Fledermäuse sind wendige Jäger und unverzichtbare Helfer im Kampf gegen lästige Insekten. Gleichzeitig zählen sie zu den am stärksten gefährdeten Säugetieren Österreichs. Eine der größten Bedrohungen ist der Verlust geeigneter Quartiere - etwa durch Gebäudesanierungen oder das Verschwinden alter Bäume. Genau hier setzt das Projekt an: Der Naturschutzbund Wien hat spezielle Spaltenquartiere aus Holz entwickelt, die als Ersatzschlafplätze im Siedlungsgebiet dienen sollen. Im Rahmen eines Citizen-Science-Projekts dokumentiert der Naturschutzbund Wien gemeinsam mit eingeschulten Freiwilligen welcher Bautyp wie gut angenommen wird. Dies liefert wertvolle Einblicke in das Leben der Wiener Fledermäuse und hilft, Schutzmaßnahmen gezielt weiterzuentwickeln.
„Als moderner, wissenschaftlich geführter Zoo engagieren wir uns für bedrohte Tierarten aus aller Welt. Darunter auch für oft übersehene Wildtiere unserer Stadt, direkt vor oder besser gesagt über unserer eigenen Haustüre.“, betont Zoodirektor Jeff Schreiner.
Neugierige Besucher*innen des Haus des Meeres können im Vorbeigehen gleich einmal einen Blick nach oben riskieren, ob die neuen Fledermausquartiere schon bewohnt sind.