In der Natur ausgestorben?! - lautete die Befürchtung beim Banderolenkärpfling (Xenotoca eiseni), dem wohl bekanntesten Vertreter der Mexikanischen Hochlandkärpflinge. Jahrzehntelang schrumpften die natürlichen Lebensräume, Quellen wurden überbaut, Flüsse stark durch den Menschen genutzt – bis die Art im Frühjahr 2025 auch in den letzten zwei bekannten Vorkommen nicht mehr zu finden war. Doch dann schaffte ein engagiertes, internationales Team, unter der Leitung des Haus des Meeres, die Sensation: Sie entdeckten die Art in einer abgelegenen Quelle!
Unter der Leitung von Mag. Michael Köck, Freshwater Conservation Manager des Haus des Meeres und Leiter des Projekts „Plan G Mexico“ konnten Studenten der Universität Michoacana de San Nicolás de Hidalgo (UMNSH) sowie Tierpfleger aus dem Zoo Leipzig 24 Exemplare sichern. Diese leben nun in der „Fish Ark Mexico“, einer Erhaltungszuchtanlage der Universität wo sie sich vermehren sollen. Das Ziel ist klar: Die Ursachen für das Verschwinden klären, die Lebensräume wiederherstellen und den Banderolenkärpfling – ähnlich wie den 2017 vom selben Labor erfolgreich ausgewilderten Tequilakärpfling (Zoogoneticus tequila) – wieder in seinen angestammten Lebensraum in Nayarit zurückzubringen.
„Die Geschichte des Banderolenkärpflings zeigt eindrucksvoll, wie wichtig schnelles Handeln und internationale Zusammenarbeit im Artenschutz sind. Das Haus des Meeres leistet mit der Schirmherrschaft über „Plan G Mexico“ eine Vorreiterrolle und geht mit dem Einsatz eines Mitarbeiters vor Ort, der zeitnah reagieren und lokale Ressourcen rasch nutzen kann, völlig neue Wege im Artenschutz - wie man sieht, äußerst erfolgreiche.“ erläutert Haus des Meeres Zoodirektor Jeff Schreiner.