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23.10.2021 15:45 | https://www.haus-des-meeres.at/de/Ueber-Uns/News/iNewsId__568.htm
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Überlebenskünstler unter den Fischen12.10.2017

Blinde Höhlensalmler – oder wenn Diabetes zur Überlebensstrategie wird

Der Blinde Höhlensalmler Mexikos ist seit jeher das beste Beispiel für die Anpassung einer Fischart an das Leben in einer Höhle. Die Tiere besitzen nach unzähligen Generationen im absoluten Dunkel weder Augen noch die bunte Färbung ihrer Vorfahren, und auch ihr Verhalten haben sie ihrem Lebensraum ohne Licht angepasst. Ein großes Rätsel war der Wissenschaft bisher immer, wie es diese Fische schaffen, in einem so kargen Umfeld zu überleben, denn Nahrung ist dort absoluter Mangel und oft liegen Monate zwischen zwei Mahlzeiten.

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Genetiker der Harvard Medical School fanden nun heraus, dass neben einem üblichen Anwachsen des Bauchspecks, den wir Menschen leider nur zu gut kennen, auch in der Leber Fett gespeichert wird. Dieses Phänomen ähnelt auffallend dem Symptom einer krankhaften Veränderung, wie sie im Zusammenhang mit Diabetes beim Menschen auftreten kann. Allerdings wird die Fischleber dabei nicht im Geringsten geschädigt. Dies gab dem verblüfften Wissenschaftler Cliff Tabin den entscheidenden Hinweis, sich auch andere Aspekte im Vorfeld einer Diabetes-Erkrankung im Stoffwechsel dieser Fische anzusehen, und tatsächlich: Höhlensalmler erlauben ihrem Körper hohe Blutzuckerschwankungen, ähnlich wie sie eben auch im Vorfeld einer Diabetes Typ 2 Erkrankung beim Menschen auftreten.

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Bei der Nahrungsaufnahme wird bei diesen Fischen also Energie in Form von Glukose im Blut gespeichert und bei Bedarf abgerufen. Die Ursache für dieses höchst ungewöhnliche Phänomen – diese Fische lassen also eigentlich krankhafte Zustände in ihrem Körper zu und ziehen sogar Nutzen daraus – liegt in einer einzigartigen Mutation des Insulin–Rezeptor-Gens der Zellen begründet, die die Muskelzellen insulinresistent macht. Weitere Adaptionen verhindern offenbar nachteilige Auswirkungen auf den Organismus. Die amerikanischen Forscher machen sich nun Hoffnungen, längerfristig aus dieser Anpassung der Fische einen Therapie-Ansatz für Diabetes Patienten und gegen Fettleibigkeit zu entwickeln.

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Wer sich diese Fische näher ansehen möchte, ohne die dunklen Höhlen Mexikos aufsuchen zu wollen, kann dies ganz bequem im Haus des Meeres tun, wo diese Fische in der Tropfsteinhöhlen-Grotte im achten Stock zu finden sind.

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