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Das Haus des Meeres auf Forschungsreise in Mexiko

02.05.2019 | ..auf der Spur von als ausgestorben geglaubten Fischen

Das Haus des Meeres versucht seit Anbeginn bei den Besuchern Interesse für die Natur und ihre vielfältigen Geschöpfe zu wecken. Aber es war in seinen Anfängen auch schon eine Institution, die sich als Pioniereinrichtung in der Feldforschung verstand. Immer wieder wurden Forschungsreisen organisiert - hauptsächlich an Orte, wo durch den Menschen Bedrohungsszenarien herrschen.

In diesem Zusammenhang verschlägt es Mag. Michael Köck, Kurator für Süßwasserfische, ein- bis zweimal jährlich nach Mexiko. Im Gegensatz zu Reisen davor, bei denen versucht wurde, ein möglichst großes Gebiet in kurzer Zeit einer Studie zu unterziehen, stand dieses Jahr im März nur ein einziger Fluss im Mittelpunkt. Ziel war es, die Verbreitung dreier nah verwandter Fischarten möglichst umfassend zu erforschen. Bei Studien anderer Wissenschaftlergruppen in den Jahrzehnten davor wurden diese Fische nur an sehr wenigen Stellen  gefunden, auch nur in sehr geringen Stückzahlen. Die Bestände galten allgemein als stark rückläufig, zwei der Fischarten als im Gebiet akut vom Aussterben bedroht. Im Unterschied zu früher wurde daher diesmal das Untersuchungsgebiet wesentlich ausgeweitet und die Untersuchungsmethoden verbessert. Da diese Fische, zu Deutsch „Grundkärpflinge“, hauptsächlich unter großen Felsbrocken in stärkerer Strömung zu finden sind, war auch die Auswahl des Zeitpunktes inmitten der Trockenzeit bei möglichst geringem Wasserstand entscheidend.

Der Hubbs Grundkärpfling an einem neuen Fundort im Rio San Jeronimo

Bei dieser Untersuchung, die gemeinsam mit der Universität Morelia stattfand, konnten nun alle drei Arten nicht nur nachgewiesen werden, sondern sie wurden zum Teil auch an Stellen gefunden, an denen sie bereits als ausgestorben gegolten hatten - und zu einem großen Teil auch aus Gewässern, aus denen sie davor gar nicht bekannt waren. Neben diesen Nachweisen, die teilweise die ersten nach mehr als 50 Jahren waren, kann nun das Verbreitungsgebiet der drei Arten als wesentlich größer angegeben werden. Möglicherweise wurde bei dieser Aktion sogar eine bislang unbekannte Fischart gefunden. Dies muss noch abgeklärt werden.

Eine noch unbekannte Fischart aus dem Rio Pihuamo

Das Haus des Meeres hat bei der Erforschung und der Erhaltungszucht der Fischfauna Mexikos in den letzten Jahren bereits einige Male für Schlagzeilen gesorgt. Vielerorts wurden verschollen geglaubte Fische wieder gefunden oder Arten nachgezogen, die zu den seltensten der Welt zählen. Diese neuen Erkenntnisse tragen nun dazu bei, die Verbreitung einer ganzen Gattung neu zu bewerten, dies könnte hinsichtlich der biogeografischen Zusammenhänge und der Systematik dieser Gruppe einen neuen Meilenstein darstellen.

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