Goldgelbe Blätter, warme Brauntöne und leuchtende Farbakzente prägen derzeit das Wiener Stadtbild. Wer genau hinsieht, entdeckt die herbstliche Farbpalette auch an vielen Bewohnern des Haus des Meeres. Was für uns Menschen dekorativ wirkt, hat für die Tiere eine wichtige, biologische Funktion: Kräftige Farben können unter anderem Gesundheit, Fortpflanzungsbereitschaft oder Giftigkeit signalisieren, gute Tarnung kann dabei helfen selbst unentdeckt zu bleiben oder Beutetiere zu überraschen.
Gerade die Fische der beiden großen Afrikaaquarien im Haus des Meeres, dem Kongobecken sowie dem neuen Malawisee-Aquarium sorgen mit leuchtenden Gelb- und Orangetönen für einen regelrecht Goldenen Herbst unter Wasser. Für die „Roten Zebras“ und andere Buntbarsche spielen die intensiven Farben eine wichtige Rolle bei der Kommunikation und Partnerwahl.
Auch Landtiere sind für den Herbst bestens gerüstet: Muster in verschiedenen Braunschattierungen tragen dazu bei, die Konturen eines Tieres in der Vegetation optisch aufzulösen. Besonders eindrucksvoll gelingt das, trotz seiner Größe, dem Schwarzkopf-Buschmeister. Er ist mit bis zu 3 Metern Länge eine der größten amerikanischen Giftschlangen und scheint in der Laubstreu fast unsichtbar zu sein. Deutlich kleiner, aber nicht mindergut getarnt, ist die Fransenschildkröte. In den langsam fließenden Gewässern Südamerikas lauert sie nahezu regungslos auf Beute. Mit ihrem abgeflachten Körper, den namensgebenden, fransigen Hautfortsätzen und ihrer überwiegend braunen Färbung erinnert sie an abgestorbenes Laub oder Pflanzenreste am Gewässergrund. Selbst im Haus des Meeres müssen die Besucher*innen oft ein zweites Mal schauen, um die beiden Meister der Tarnung zu entdecken.
Während draußen die Blätter fallen und sich bald der erste Herbstnebel ankündigt, können die Gäste im Haus des Meeres auf Entdeckungstour gehen und die faszinierende Vielfalt der Natur genießen.