27.11.2021 01:06 | https://www.haus-des-meeres.at/de/Geschichte/acceptSessionUrl__1/iHistoryId__76.htm
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Die HDM Story

Ich möchte ihnen gerne die spannende Geschichte unseres HAUS DES MEERES erzählen.

Die dargestellten Abläufe wurden aufgrund vorhandener Dokumente, Unterlagen und meiner persönlichen Erinnerungen zu Papier gebracht. Meine Interpretation mancher Geschehnisse muss sich nicht unbedingt mit der Meinung der anderen Eigentümervertreter und MitarbeiterInnen decken.

Zunächst ein Hinweis zur Systematik der „Geschichte". Die Jahreszahlgruppen links beinhalten die einzelnen Jahre seit der Gründung 1957. Beim Anklicken der jeweiligen Jahreszahl erscheinen die Headlines. Nach einem weiteren Klick öffnen Sie die jeweiligen Berichte mit den jährlichen Topereignissen. Mit einem Doppelklick der linken Maustaste können Sie die Fotos und Dokumente vergrößern. Nicht alle Fotos der "Geschichte" sind von mir, daher auch der Hinweis, dass die Urheberrechte generell bei den Eigentümern liegen.

Seit Ende 1965 ehrenamtlich mit dabei, möchte ich rückblickend den Kollegen und Kolleginnen des Vereinsvorstandes, die nach dem Vereinsrecht seinerzeit gemeinsam mit mir ein hohes persönliches Risiko bei der Finanzierung der neuen Projekte eingegangen sind, auch auf diesem Wege nochmals herzlich danken. Dieser Dank gilt ebenso allen Mitgliedern sowie auch dem Vorstand und den Mitgliedern des Vereines "Freunde des Hauses des Meeres", der sich unter der Leitung von Präsidentin Evelyn Kolar sehr gut entwickelt hat und bereits über 1.300 Mitglieder zählt! Ich war seinerzeit Initiator der Gründung und bin seit dem Jahre 2010 Ehrenmitglied. 

Unsere 1957 gegründete GESELLSCHAFT FÜR MEERESBIOLOGIE, ebenfalls ein gemeinnütziger Verein, übergab seine Gesamtzuständigkeit größtenteils an die 2013 gegründete Zoo GmbH und trägt nunmehr den Namen HAUS DES MEERES - WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG. Der neue Präsident - Prof. Dr. Walter Hödl - hat die Nachfolge von Prof. Dr. Alfred Radda angetreten. Er und Ich sind nunmehr Ehrenpräsidenten. 

Ganz besonders aber möchte ich unseren hervorragenden Teams der Zoo- und der Betriebs GmbH für den nimmermüden Einsatz danken. Unter der Leitung von Zoodirektor Michael Mitic erhielten wir das Markenzeichen eines "Wissenschaftlich geführten Zoos der Kategorie A", der von allen relevanten Verbänden weltweit anerkannt und aufgenommen wurde. Die Erhaltungszuchterfolge und wissenschaftlichen Arbeiten sind nachhaltig und sehr erfreulich.

Der Geschäftsführer der Betriebs GmbH, Hans Köppen ist mit seinem Team für den rasanten weiteren Ausbau, das exzellente Marketing und die Administration zuständig und ergänzt die Agenden des Zoos in hervorragender Weise. So wurde der überaus schwierige und aufwendige Dachausbau und die nicht minder problematische Errichtung des „Atlantik Tunnels“ – einer Röhre mitten durch die 520.000 Liter Meerwasser - bravourös gemeistert. Das vorerst letzte Großprojekt war die 3.000 m2 umfassende, überwiegend gläserne Erweiterung des Hauses an der Vorderseite. Dieser Anbau hatte eine Verdoppelung der Fläche des 360° Oceans Sky am Dach zur Folge, inkludiert zwei neue Stiegenhäuser sowie zwei zusätzliche Aufzüge, die Schaffung eines Mehrzwecksaales für 140 Gäste, wo unter anderem die KULTUR~WELLE regelmäßig veranstaltet, die Schaffung des ersten europäischen Vollglas-Aquariums (ohne Stützen) mit einer Länge von 16 Metern und einer Schwimmfläche von 120 m2 für unsere Haie, Rochen und Korallenfische, ein Stockwerk welches die Verschmutzung der Meere mit einem „Müll-Unterwassertunnel“ thematisiert und auch eine Sonderausstellung gewidmet der Familie Hans und Lotte Hass, wo unter anderem ein Modell des berühmten Forschungsschiffes Xarifa zu sehen ist.

Kurz vor der Inbetriebnahme steht die eingehauste ehemalige Terrasse mit einem ganz spezielle AUSTRALIEN BIOTOP und Anfang 2022 wird ein weiteres Stockwerk den Übergang von Süß- auf Brack- und schließlich auf Meerwasserleben zeigen, wobei Mangroven eine große Rolle spielen werden.

Der Anbei musste mit 16 Schleussen aus Gründen des Brandschutzes versehen werden, ganz abgesehen vom kostspieligen Durchbruch der ehemaligen Flakturmwand in allen Stockwerken.

Nicht nur diese Übergänge, sondern auch das 800 m2 Solardach, welches den zoologischen Teil des Anbaus mit Eigenstrom versorgt, verbinden in harmonischer Weise den alten und neuen Baukörper! Die durchgehende 30 Meter hohe Begrünung der Außenmauer Richtung Mariahilfer Straße ist ein weiteres Zeichen dafür, dass aus dem Kriegsrelikt ein blühender Zoo geworden ist.   

Schon lange davor wurde das Flakturm Museum im ehemaligen Kommandoraum, durch den "Historienpfad" zugänglich gemacht und behutsam erweitert. „Erinnern im Innern", der Name dieser Dauerausstellung soll sowohl dem ursprünglichen Verwendungszweck des Turmes gerecht werden als auch der Gegenwart und Zukunft.

All diese Investitionen und deren Finanzierung wurden erst möglich nachdem der Turm im Jahre 2015 in unserem Besitz übergegangen ist. Allein das ursprüngliche Budget für den Anbau und dessen Ausbau umfasste ursprünglich 18.8 Mio. und dabei ist es leider nicht geblieben.

Möglich war das nur, weil wir ab 2009 mangels fehlender Baubewilligung gespart haben, was uns letztendlich auch die Jahressubvention gekostet hat. Wenn man in der Bilanz ein Bankguthaben ausweist ist man nicht mehr subventionswürdig befand damals der zuständige Stadtrat.

Nur deshalb konnten wir mit einem ordentlichen Anteil an Eigenkapital an den Anbau herangehen Unsere Hausbank hatte vertrauen und garantierte uns die zusätzlich erforderlichen Kredite, die wir  bis zur behördlich verordneten coronabedingten Schließung ohne staatliche Hilfe und ohne Steuergelder zurückzahlen mussten.  

Unser inzwischen 100 hauptamtlichen MitarbeiterInnen sind 365 Tage im Jahr bemüht, ihnen einen erlebnisreichen und angenehmen Aufenthalt bei uns zu ermöglichen. Im Jahr 2010 hatten wir erstmals mehr als 400.000 Besucher zu verzeichnen. Erfreulicher Weise konnten wir 2019 bereits mit 650.148 erneut einen Rekordbesuch - den dreizehnten in Folge - verbuchen! Unter den privaten Institutionen Wiens dürften wir der Besucherfrequenz des Riesenrades inzwischen schon sehr nahegekommen sein. Vielleicht sind wir inzwischen bereits ex aequo Erster in der Hitliste der Sehenswürdigkeiten Wiens!

Doch dann kam Corona und halbierte unsere Gästefrequenz – allerdings nicht nur die unsere!

Bei all unseren Vorhaben haben wir uns stets nach den bestehenden Gesetzen orientiert. So auch auf das Epidemiegesetz aus dem Jahre 1950, welches in so einem Fall gemäß § 32 den vollen Schadenersatz garantiert hätte. Zusätzlich haben wir seit dem Jahre 2012 eine Betriebsunterbrechungsversicherung für die Dauer von 6 Monaten abgeschlossen. Leider teilte uns aber unser jahrzehntelanger Versicherer mit, dass darin eine Pandemie nicht vorgesehen sei. 

Über die großen Probleme mit der zugesagten staatlichen Hilfe habe ich laufend berichtet. Auch hier hoffen wir noch immer auf die Einlösung der diversen öffentlichen Versprechungen, obwohl inzwischen Verordnungen rückwirkend zu unserem Nachteil verändert wurden...

Trotz allem - unglaubliche 12.3 Mio. Gäste haben uns seit der Eröffnung besucht. Es wird wenige Institutionen geben, die hier mithalten können.

Bereits ab dem 1.1.2013 wurde unsere Unternehmensstruktur den heutigen Erfordernissen angepasst. Die gemeinnützige Privatstiftung soll ein Garant dafür sein, dass Ihnen das HAUS DES MEERES auch in aller Zukunft nicht nur zur Verfügung steht, sondern auch ständig modernisiert und den Erfordernissen angepasst werden kann! Der 3-köpfige ehrenamtliche Stiftungsvorstand wird seit dem Jahre 2018 durch einen Beirat unterstützt.

Ich hoffe liebe Gäste, sie werden sich bei uns im „Zooturm“ wohlfühlen. Sie können nicht nur die rund 10.000 Tiere in ihrem Element bewundern, sondern auch den herrlichen Blick auf die Stadt Wien und alle anderen Einrichtungen unseres Hauses, des einzigen begehbaren – ehemaligen - Flakturms, genießen.

Wie erwähnt wurden zwei weitere Aufzüge errichtet und die Eingangshalle mit Garderoben und Kinderwagen Abstellplätzen entsprechend erweitert. Insgesamt verfügen wir nun über eine Betriebsfläche von 8.000 m2 - verteilt auf zwölf Ebenen!

Irgendwie wird es bei aller berechtigten Sorge aber weitergehen. Unser gesamtes Team freut sich auf ihren Besuch, denn ihnen gilt unser besonderer Dank! Sie sind es, die mit ihrem Geld unsere gemeinnützige Tätigkeit ermöglichen. 

Ihre Spendenbereitschaft war und ist einfach großartig. Ein großes DANKESCHÖN auch dafür!

Franz Six

 

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