16.12.2018 09:42 | https://www.haus-des-meeres.at/de/Unsere-Tiere/Zootiere/Tropische-Suesswasserfische.htm
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Tropische Süßwasserfische

In den Aquarien dieser Sektion werden vor allem Fische aus Flüssen und Seen tropischer Länder gezeigt.

Piranhas ernähren sich hauptsächlich von Fischen. Es sind Räuber, die im Schwarm leben und deren Gefährlichkeit dem Menschen gegenüber stark übertrieben wird. Sie sind in erster Linie als eine Art Gesundheitspolizei einzustufen, fressen sie doch vor allem verwundete und kranke Tiere. So verhindern sie das Ausbrechen von Seuchen. Selbst die Eingeborenen nützten früher diese Eigenschaft. In manchen Urwaldgebieten ist zu gewissen Jahreszeiten eine Bestattung in der Erde unmöglich, da weite Teile überschwemmt werden. Das Problem wurde sehr einfach gelöst: Die Leichen wurden ins Wasser gehängt. Die Piranhas fraßen in wenigen Stunden das Fleisch herunter, die abgenagten Skelette wurden danach getrocknet und geschmückt auf hochgelegenen Begräbnisstätten dieser Pfahldörfer bestattet. Auf Überlieferung dieser Bräuche durch José Antonio Paez dürften die wilden und märchenhaften Schilderungen über die Gefährlichkeit dieser Salmler beruhen. Dabei kann man in einigen Gebieten, in denen auch Piranhas leben, ohne Gefahr baden. Todesfälle durch Angriffe dieser Fische sind so gut wie nie belegt; kleinere, harmlose Bisswunden können aber vorkommen.
Das kräftige und scharfe Gebiss wird von den Indianern als Schere und Rasiermesser verwendet; ihr Fleisch ist wohlschmeckend und wird gegessen. 

Tropische Flüsse und Seen in Südamerika, Afrika und Südostasien sind Heimat einer Vielzahl an kleinen und winzigen Schwarmfischen. Durch ihre geringe Größe  und Farbenpracht finden viele Salmler wie der Rote Neonsalmler Anklang bei vielen Hobbyaquarianern.

 Roter Piranha
 Rote Neonsalmler
 Rote Piranhas

Natur- und Artenschutz sind dem Haus des Meeres ein großes Anliegen. Deshalb haben wir beispielsweise gemeinsam mit anderen Zoos, Universitäten, Vereinen und Privatpersonen die Goodeid Working Group gegründet, die sich der Erhaltung der bedrohten Fischgruppe der Mexikanischen Hochlandkärpflinge widmet. Viele Arten dieser Gruppe werden im Forschungsbereich laufend vermehrt.

Mexikanische Hochlandkärpflinge oder Goodeiden bewohnen in etwa vierzig Arten ein trockenes Gebiet im Herzen Mexikos, die Mesa Central, wo zum Teil Kleinstgewässer wie Quellgebiete und Tümpel zu ihren Lebensräumen zählen. Die Verbreitungsgebiete der meisten Arten sind sehr hoch gelegen; nächtliche Frostbildung und Tagestemperaturen von über 30°C sind im Winter keine Seltenheit. Die Tiere sind diesen Temperaturschwankungen gegenüber sehr tolerant.

Aus Sicht der Biologen sind diese Fische überaus interessant, weil sie eine besondere Art der Brutpflege entwickelt haben: Sie sind lebendgebärend und besitzen spezielle Strukturen am Bauch der Jungfische und in der Leibeshöhle der Weibchen, die eine ähnliche Funktion haben wie bei uns Menschen die Nabelschnur und die Plazenta.

Viele Arten sind durch Umweltsünden wie Bauprojekte, Wasserverschmutzung, das rasche Anwachsen von Großstädten und durch den rücksichtslosen Umgang der Bevölkerung mit der Ressource Wasser in ihrer Existenz massiv bedroht. Zwei Arten leben nur mehr in Aquarien, eine weitere Art gilt als ausgestorben. Dreiviertel der Arten sind so stark bedroht, dass nur ein massives unter Schutz stellen ein Überleben dieser Arten sichern kann.

Besondere Aufmerksamkeit sollte man auch dem offenen Aquarium mit Süßwasserfischen des östlichen Mittelmeerbereichs schenken, das den Kalksinterterassen von Pamukkale nachempfunden ist. Es wird zum überwiegenden Teil von Rötlichen Saugbarben bewohnt, die auch als Kangalbarben, oder sehr oft als Knabberfische bezeichnet werden, weil sie die Angewohnheit haben, abgestorbene Hautschuppen an Händen oder Füßen zu Nahrungszwecken aufzunehmen. Dieser Umstand fand auch in der Medizin Eingang, wo  sie teilweise eingesetzt werden, um Patienten mit Schuppenflechte Erleichterung ihrer Beschwerden zu verschaffen.

 Hochlandkärpflinge
 Hochlandkärpflinge
 Rötliche Saugbarben

Ein außergewöhnliches Aquarium befindet sich in unserer Amazonas-Dschungel-Passage. Eine Vielzahl an südamerikanischen Großsalmlern, Buntbarschen und Harnischwelsen bildet eine illustre Gesellschaft um den König der Süßwasserfische herum, dem Diskusbuntbarsch. Dieser trägt seinen Spitznamen wohl aufgrund seiner langsamen und bedachten Bewegungen und der erheblichen Schwierigkeiten, die seine Nachzucht in den ersten Jahren seiner Ersteinfuhr machte. Mittlerweile gelingt diese recht problemlos. Was ihn aber immer noch auszeichnet, ist die außergewöhnliche Ernährung seiner Nachkommenschaft: Beide Elterntiere scheiden über ihre Schleimhäute ein milchiges Nährsekret ab, das von den Jungfischen in den ersten Lebenstagen von der Haut abgeweidet wird. Im Übrigen zahlt sich ein Blick in die Baumkronen der Amazonas–Dschungel-Passage aus, denn dort wird man mit etwas Geduld die eine oder andere Echse erspähen können. Darunter ist der Stirnlappenbasilisk wohl die auffälligste. Sie ist bekannt dafür, dass sie in ihrem natürlichen Lebensraum nur auf den Hinterbeinen über die Wasseroberfläche laufend bei Gefahr entkommen kann. Dieses Verhalten trug ihr den Spitznamen „Jesus Christus Echse“  ein.

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