Tickets
Search
EN
Search
End search
History
2022

Start vor 65 Jahren

Heute vor 65 Jahren, am 6.9.1957, fand die Gründungsversammlung der "Gesellschaft für Meeresbiologie" im Wiener Restaurant "Stadt Bamberg" statt. Die eingereichten Statuten wurden von der Vereinspolizei am 4.10.57 "NICHT UNTERSAGT". Daraufhin fand am 26.11.1957 die konstituierende Sitzung statt und der erste Vereinsvorstand - Präsident Dr. Fritz Hartel, Vizepräsident Ing. Viktor Otte, Geschäftsführer Hubert Belgrad und Beisitzer Dr. Gustav Ad. Schaefer wurde gewählt.  

Das erklärte Ziel war, im Flakturm Esterhazypark ein ”Haus des Meeres”, also das erste dauerhafte Seewasseraquarium Österreichs einzurichten und gleichzeitig "Zentrum der europäischen Meeresforschung" zu werden.                                                                                                                    

Am 7.6.1958 fand schließlich unter ausländischer Beteiligung die Eröffnung des „HAUS DES MEERES“ statt. Den Rahmen dafür gab die zweitägige "1.Tagung für Meeresbiologie und Tauchsport". In 40 kleinen Rahmenbecken wurden erstmals in Wien in einer Dauerausstellung Meerestiere aus der Adria gezeigt. Der Anfang war gemacht.

1965 war das endgültige Ende nahe, wenn nicht Emmerich Schlosser mit seinen Muschel- und Schnecken Sammlungen auf Quartiersuche gewesen wäre und sich für den ehemaligen Flakturm entschieden hätte.14 Jahre war er der „Chef“ und sorgte mit seinem Team – dem auch ich vom ersten Tag an angehörte - für den Fortbestand und weiteren Ausbau. Unsere Tätigkeit wurde nicht zuletzt durch seinen unermüdlichen Einsatz und seine Fernsehauftritte immer bekannter.

Ab 1980 übernahm Erich Brenner das sprichwörtliche Ruder und durch seine vielen internationalen und nationalen Kontakte sowie seine Verbundenheit mit dem Wiener Volksbildungswerk wuchs unsere „Tierschau“. Seine Tätigkeit in diversen Aquarienvereinen und zuletzt als Präsident des Dachverbandes eröffnete ihm viele Kontakte und Möglichkeiten.

Als er nach langer, schwerer Krankheit im Jahr 2005 von uns ging, stand mir – wie immer ehrenamtlich – ein engagiertes Team zur Verfügung. Ich verzichtete auf die Suche nach einem neuen „Chef“ und übernahm die Koordination der Führungstroika. Dieses Team schaffte 12 Jahre lang bis zum Jahre 2007 einen beachtlichen Aufschwung und nicht nur den ersten Aufzug, sondern auch das erste große Haibecken im Hochparterre und eine Vielzahl neuer Aquarien und Terrarien. 

Die herausragende Neuerung war im Jahr 2000 die Eröffnung des Tropenhauses. Durch diesen ersten Anbau gab es im ehemaligen Flakturm endlich einen Bereich mit Tageslicht. Inzwischen hatte unser allererster Zoologe Dr. Michal Mitic erreicht, dass wir allen Ansprüchen eines wissenschaftlich geführten Zoos gerecht wurden und damit auch offiziell die Sparte der „Schausteller“ hinter uns gelassen haben. 

Mit gutem Gewissen übergab ich ihm daher die Leitung und er wurde Zoodirektor. Zur gleichen Zeit nahm ich die Gründung der Betriebs GmbH vor und wurde deren erster – ehrenamtlicher - Geschäftsführer. Der Schritt war notwendig, weil wir im Zuge der Eröffnung des zweiten gläsernen Anbaus, der nicht nur den „Krokipark“ beinhaltete, sondern auch die erste Cafeteria und einen Shop in der neuen Eingangshalle, im Gegensatz zum Zoobetrieb nicht gemeinnützig, sondern steuerlich „gewinnorientierte“ Bereiche bekommen hatten und eine saubere Trennung erforderlich wurde.

Der Hauptgrund war aber eine klare Aufgabenzuteilung, also der Zoo für die Tiere und die Administration für den Zoo. Dementsprechend erfolgte auch die Zuteilung des Personals, wobei von Anfang an feststand, dass nur ein enges Miteinander der beiden Bereiche die angestrebten Erfolge ermöglichen würde.

Die Publikumserfolge erforderten einen rasanten, weiteren Ausbau. Daher musste die kaufmännische Leitung einen hauptamtlichen Geschäftsführer bekommen. Am 1.1.2009 übernahm Hans Köppen diese Funktion, um gemeinsam mit Prokuristin Andrea Kalab das Unternehmen zu leiten. 

Inzwischen wurde es immer schwieriger, Vorstandsmitglieder für den Verein zu bekommen. Der Umsatz stieg und stieg und die persönliche Haftung nach dem Vereinsgesetz wurde immer erdrückender. Zuletzt mussten wir unseren Steuerberater ersuchen, ein jährliches Testat für unseren „Großen Verein“ zu erstellen. Bilanzen und nicht nur eine G&V gab es ja bereits seit vielen Jahren.

Das veranlasste mich schließlich, unserem Vorstand eine weitere Strukturänderung vorzuschlagen. Der Gründerverein, der in der Zwischenzeit schon mehrmals den Namen gewechselt hatte, sollte sich künftighin wieder ausschließlich der Wissenschaft und Forschung – wie seinerzeit im Gründungsdokument vorgesehen – widmen. Eine neu zu gründende gemeinnützige Zoo GmbH sollte die Leitung unseres Aqua -Terra Zoos übernehmen. Das Zoo Team wurde schließlich von der neuen Gesellschaft übernommen und ab dem 1.1.2013 begann die Eingliederung der Betriebs- und der Zoo GesmbH in die ebenfalls neugegründete „Gemeinnützige Privatstiftung“. 

Der Verein trägt seither den Namen HAUS DES MEERES – WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG und wurde altersbedingt von den Schultern des erst kürzlich verstorbenen Präsidenten, Prof. Dr. Alfred Radda genommen und von Prof. Dr. Walter Hödl sehr erfolgreich weitergeführt. Geblieben ist die Vergabe der jährlichen Forschungspreise, die Abhaltung des „Science Day“, aktuelle Thementage sowie die wissenschaftliche Unterstützung der Zooleitung.

Prominente Wissenschaftler wie Prof. Dr. Ferdinand Starmühlner, Prof. Dr. Rupert Riedl und Prof. Dr. Alfred Radda waren für den Verein tätig. 

Der langjährige Präsident Prof. Dr. Jörg Ott, der gemeinsam mit mir die Strukturänderung vorgenommen hat, ist nach 25 Jahren aktiver Tätigkeit für das HAUS DES MEERES nunmehr – erneut gemeinsam mit mir – Ehrenmitglied des Stiftungsvorstandes, bestehend aus den Herren Univ. Prof. Dr. Gerhard Herndl, Andreas Papez und Gerald Six. Diese werden unterstützt vom Beirat bestehend aus Dr. Michael Häupl, Mag. Wilhelm Zmatlo und Franz Six.

Somit übe ich nach 57 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für das HAUS DES MEERES noch immer eine Tätigkeit in der Stiftung, im Vereinsvorstand als stimmberechtigter Ehrenpräsident und im, von Frau Präsidentin Evelyn ausgezeichnet geführten VEREIN DER FREUNDE DES HAUS DES MEERES, als Ehrenmitglied, aus!     

Zum 65. Bestandsjubiläum des Vereins gesellten sich zwei absolute Highlights:

a.) Im Vormonat besuchten uns erstmals seit unserem Bestehen knapp über 100.000 Personen!

b.) In den nächsten Tagen erwarten wir den 13. Millionsten Gast!

Aber leider gibt es auch dunkle Wolken am Horizont. Die in den Medien publizierte, exorbitante Erhöhung der Energiekosten bereitet uns große Sorgen. Trotz 800 m² Fotovoltaik am Dach beziehen wir eine Menge grünen Strom von der „Wien Energie“ und natürlich sind wir auch an die „Fernwärme“ angeschlossen. Aber noch ist unser Öltank für das Notstromaggregat voll...

Franz Six

Mitgliedskarte GESELLSCHAFT FÜR MEERESBIOLOGIE 19
Mitgliedskarte GESELLSCHAFT FÜR MEERESBIOLOGIE 1957
Mitgliedskarte HAUS DES MEERES - VIVARIUM WIEN 196
Mitgliedskarte HAUS DES MEERES - VIVARIUM WIEN 1967
Mitgliedskarte HAUS DES MEERES - VIVARIUM WIEN 197
Mitgliedskarte HAUS DES MEERES - VIVARIUM WIEN 1974
Danach gab es nur mehr Visitenkarten
Danach gab es nur mehr Visitenkarten
Die ersten Monatshefte 1960
Die ersten Monatshefte 1960
Der erste Katalog in Eigenproduktion F.Six/I.Six
Der erste Katalog in Eigenproduktion F.Six/I.Six
Katalog Nr. 2
Katalog Nr. 2
Katalog Nr. 3
Katalog Nr. 3
Katalog Nr. 4
Katalog Nr. 4
Katalog Nr. 5
Katalog Nr. 5
Katalog Nr. 6
Katalog Nr. 6
Katalog Nr. 7
Katalog Nr. 7
Katalog Nr. 8
Katalog Nr. 8