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16.09.2026

Ein See voller Farben - Ein Becken voller Zukunft!

Leuchtendes Gelb, funkelndes Blau und faszinierende Verhaltensweisen - mit seinem bisher größten Süßwasseraquarium holt das Haus des Meeres einen der außergewöhnlichsten limnischen Lebensräume nach Wien: den Malawisee. Das raumhohe Becken lässt die Besucher*innen in die faszinierende Unterwasserwelt eines der größten und tiefsten Seen Afrikas eintauchen.

Das neue Aquarium mit rund 40.000 Litern Wasser bildet den Höhepunkt der Ausstellung „Bedrohte Süßwasserorganismen rund um die Welt“, die aktueller ist denn je: Nur ca. 0,02% des Wassers auf der Erde ist Süßwasser, beherbergt laut Schätzungen aber ~ 10% der bekannten Tierarten. Allein im Malawisee entstanden im Laufe der Evolution über 800 verschiedene Buntbarscharten, die sich in Färbung, Lebensweise und Fortpflanzungsstrategien einzigartig entwickelt haben. Viele davon kommen ausschließlich in diesem einen See vor, dementsprechend sind sie auf ihn angewiesen. Durch Umweltverschmutzung, invasive Arten, Überfischung und die Folgen des Klimawandels gerät das empfindliche Gleichgewicht des Gewässers leider zunehmend unter Druck.

„Der Malawisee zeigt eindrucksvoll, welche unglaubliche Vielfalt die Natur hervorbringen kann. Gleichzeitig erinnert er uns daran, wie verletzlich selbst große und scheinbar unerschöpfliche Ökosysteme sind. Als moderner, wissenschaftlich geführter Zoo wollen wir durch kontrollierte Nachzuchtprogramme zum langfristigen Erhalt der bedrohten Malawisee-Fischarten beitragen und Menschen für den Schutz dieser Lebensräume begeistern!“, erklärt Zoodirektor Jeff Schreiner.

Bereits bei der Besetzung des Beckens legte das Haus des Meeres großen Wert auf Tiere aus professionellen Zuchten. Ziel ist es, mit der Beteiligung an internationalen Zuchtprojekten stabile Reservepopulationen in menschlicher Obhut aufzubauen und die genetische Vielfalt langfristig zu erhalten.

Das neue Becken beherbergt unter anderem ein ungleiches Paar, das oft zusammen angetroffen werden kann: Der Weißlippen-Phenochilus (Placidochromis phenochilus) nutzt nämlich die Futtersuche des deutlich größeren Fünffleckmaulbrüters (Fossorochromis rostratus) geschickt für seine eigenen Zwecke und folgt ihm, um die besten Futterstücke aus den aufgewühlten Sandwolken zu stibitzen. Die vom Aussterben bedrohten Schwefelkopf-Kaiserbuntbarsche (Aulonocara maylandi) werden in Zukunft hoffentlich erfolgreich für Nachwuchs sorgen. Bei ihnen lässt sich die im Malawisee weit verbreitete und faszinierende Fortpflanzungsstrategie der Maulbrüter gut beobachten. Das Weibchen schützt die Eier und Jungfische über mehrere Wochen im Maul, während sie in dieser Zeit die Nahrungsaufnahme aussetzt.

Unterstützt wird das neue Malawisee-Aquarium von der Generali Versicherung, die die Patenschaft für das Becken übernommen hat und damit einen wichtigen Beitrag zu diesem besonderen Projekt leistet. Mit dem neuen Aquarium schafft das Haus des Meeres nicht nur ein weiteres Highlight für seine Besucher*innen, sondern auch ein weiteres Refugium für stark bedrohte Fischarten.

Das neue, raumhohe Malawisee-Becken bietet Besuche
Das neue, raumhohe Malawisee-Becken bietet Besucher*innen weit mehr als ein beeindruckendes Naturerlebnis.
Beim Fünffleckmaulbrüter ist der Name Programm:
Beim Fünffleckmaulbrüter ist der Name Programm: er beschützt seine Eier und Jungtiere im Maul und frisst dafür wochenlang nicht.
Strahlend schön: Der Weißlippen-Phenochilus trä
Strahlend schön: Der Weißlippen-Phenochilus trägt aufgrund seiner schillernd-bläulichen Färbung den englischen Namen „Tanzania Star Sapphire“.
Der „Rote Zebra“ ist in Wahrheit knallgelb ode
Der „Rote Zebra“ ist in Wahrheit knallgelb oder orange-grau gefleckt, aber trotzdem im bunten Getümmel des neuen Beckens leicht zu entdecken.
Der Schwefelkopf-Kaiserbuntbarsch ist am leuchtend
Der Schwefelkopf-Kaiserbuntbarsch ist am leuchtend gelben Band an Oberkopf und Rückenflosse auch für die Besucher*innen leicht zu identifizieren.